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Dreieicher Jubeltraube: Rechts freut sich Siegtorschütze Toni Reljic, links Trainer Rudi Bommer.

SC Hessen Dreieich

Im Stile eines Griezmann

Toni Reljic köpft den SC Hessen Dreieich zum zweiten Saisonerfolg.

Laola-Wellen der Mannschaft mit den Fans hinter dem Tor, ein freudestrahlender Trainer und ein erleichterter Kapitän: Nach dem zweiten Saisonsieg des SC Hessen Dreieich in der Fußball-Regionalliga Südwest war die Stimmung entsprechend gelöst. „Der Druck war groß“, räumte Kapitän Niko Opper nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart II ein: „Umso schöner ist die Erleichterung darüber, dass wir gewonnen haben.“

Der zweite Sieg in der vierten Liga nach dem 1:0 gegen den FC Homburg (8. September) macht nicht nur wegen des Sprungs auf Rang 16 und nur noch fünf Punkten Rückstand auf den definitiv rettenden 13. Platz Mut. „Wir sind dran“, sagte Opper. Auch Trainer Rudi Bommer registrierte die Entwicklung seiner Mannschaft erfreut: „Wir waren jetzt einfach mal dran.“ Gegen das Stuttgarter Rumpfteam – die Schwaben waren aus Personalnot nur mit 14 Spielern angereist, was Trainer Marc Kienle mächtig ärgerte („Darüber werden wir reden müssen“) – steckten die Dreieicher den Rückschlag des 1:1 nach Uwe Hesses Führungstor (34.) schnell weg. Der einst in der Jugend der SG Rosenhöhe aktive David Tomic hatte nach einer Unachtsamkeit der Dreieicher Defensive einen Konter stark abgeschlossen (52.).

Doch die Gastgeber schüttelten sich nach zwei weiteren Chancen der Gäste durch Toptik (53.) und Tomic (54.) und gingen selbst in die Offensive. Uwe Hesse (63.) scheiterte mit seinem Schuss aufs kurze Eck an Torwart Florian Kastenmeier. Ein Kopfball von Tino Lagator klatschte vom Innenpfosten ins Feld zurück (64.). Ein Schuss des unermüdlichen Sechsers Daniel Henrich ging knapp vorbei (65.).

Dann folgte das Sahnehäubchen auf die gute Vorstellung des SC Hessen. Der stark verbesserte Außenverteidiger Constant Djakpa flankte von links und Toni Reljic köpfte die Kugel im Stile eines Antoine Griezmann beim 2:1-Sieg von Weltmeister Frankreich gegen Deutschland diagonal in den rechten Winkel (75.). „Ein super Tor“, sagte Opper, dem das erstaunliche Comeback von Reljic (drei Tore in zwei Partien) nahe ging. „Toni ist ein sehr guter Freund, ich freue mich für ihn, wie er nach seiner langen Leidenszeit zurückgekommen ist“, sagte Kapitän Opper: „Ich bin selbst mal elf Monate ausgefallen und weiß, wie hart das ist.“

Hart waren zuletzt auch die jüngsten Erlebnisse in der Schlussphase für den SC Hessen Dreieich. Beim 2:2 gegen Ulm und beim 3:3 in Hoffenheim hatte das Bommer-Team gegen Ende der Partie noch Gegentore kassiert, die den Sieg kosteten. „Diesmal haben wir wenig zugelassen“, lobte Bommer ein weiteres Puzzleteil der positiven Entwicklung. Die soll am morgigen Dienstag auch Kickers Offenbach im Hessenpokal-Viertelfinale zu spüren bekommen.

„Wir freuen uns auf das Spiel und wollen dort gewinnen“, betont Bommer: „Aber klar ist: Die Regionalliga hat für uns Priorität.“ Der SC-Trainer kündigte an, dem einen oder anderen Spieler eine Pause zu gönnen. Unwahrscheinlich ist der Einsatz von Uwe Hesse. Der Rechtsaußen, gegen Stuttgart ein unermüdliches Schwungrad in der Offensive, war früh umgeknickt, hielt aber durch, traf und verpasste mit einem frechen 40-Meter-Heber die Vorentscheidung (78.).

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