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Fritz Walter bei einer Schlappekicker-Veranstaltung mit Ingrid Pajunk, über zwei Jahrzehnte charmante Gastgeberin bei den Weihnachtsfeiern auf dem Henninger Turm.
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Fritz Walter bei einer Schlappekicker-Veranstaltung mit Ingrid Pajunk, über zwei Jahrzehnte charmante Gastgeberin bei den Weihnachtsfeiern auf dem Henninger Turm.

Drei Anekdoten

Als Fritz Walter vom Platz flog

71 Jahre Schlappekicker-Aktion – das sind auch Anekdoten aus vielen Jahrzehnten.

Philip Holzer kommen die Tränen

Knapp zwei Jahrzehnte war mein Vater Werner in seiner Zeit als FR-Chefredakteur regelmäßiger Gast bei der Schlappekicker-Weihnachtsfeier. Wenn ich davon die Fotos im FR-Sport sah, saß er am Tisch mit Paul Oswald, dem 59er-Meistertrainer der Eintracht, den Bundestrainern Helmut Schön und Jupp Derwall, Nationalspielern von Uwe Seeler bis Lothar Emmerich und vielen anderen prominenten Stars wie Marika Kilius, Josef Neckermann, Armin Hary oder Rudi Altig.

Da wäre ich natürlich gerne dabei gewesen. Denn ich war schon mit fünf Jahren, als mein Vater als FR-Chefredakteur begann, ein großer Sport-Fan. Aber immer hörte ich von ihm bei meinen Bitten das Gleiche: „Der Besuch auf dem Henninger Turm ist ein dienstlicher Termin für mich, da kannst Du nicht mit!“

Jedes Jahr brachte er mir jedoch Autogramme mit, die er sich auf einen Zettel eines Notizblocks von den „Promis“ schreiben ließ. Dieses wertvolle Gut sammelte ich in meinem Zimmer in einem Holzkästchen. Irgendwann entdeckte ich zu Hause, dass es nicht mehr auf seinem Platz stand. „Wo ist denn die Kiste mit den Autogrammen?“, fragte ich meine Mutter Monika. Ihre Antwort trieb mir die Tränen in die Augen: „Ich habe sie weggeworfen, da waren doch nur Zettel drin.“

Philip Holzer, Schlappekicker-Mitglied und Aufsichtsratsvorsitzender der Eintracht Frankfurt Fußball AG

Was es mit dem Platzverweis für Fritz Walter auf sich hat

In den 50er- und 60er-Jahren war das Frankfurter Urgestein Karl „Moppel“ Alt einer der bekanntesten und besten deutschen Schiedsrichter. Die Oberliga war damals die höchste deutsche Spielklasse, und Alt pfiff die Spieler aller Größen des deutschen Fußballs. In der 80er-Jahren erzählte er mir mal bei einem Äbbelwoi-Abend in Sachsenhausen, dass er als einziger Fritz Walter vom Platz gestellt habe. Wenig später waren Alt und Walter bei der Schlappekicker-Feier zu Gast.

Gespannt hing ich an den Lippen des Kapitäns des 54er-Weltmeister-Teams, als er von seinen fußballerischen Erlebnissen erzählte. Der „alte Fritz“ nutzte den Nachmittag, um für Fairplay zu werben und kritisierte: „Heute wird oft zu brutal gespielt. Mich hat noch nie ein Schiedsrichter vom Platz gestellt!“ Wenige Meter entfernt vom ihm saß „Moppel“, dessen nicht so ganz schlanke Figur ihm den überall bekannten Spitznamen bescherte. Nach Walters Rede schaute er mich an und ich sah an seinem roten Kopf, dass er sich an seine falsche Story vom Platzverweis erinnerte – ich habe ihn nie daraufhin angesprochen.

Karl Oertl, viele Jahre Chef des Künstler-Ensembles bei der Schlappekicker-Weihnachtsfeier

Die Schlappekicker-Aktion zieht in den Kaisersaal um

Es ist Sommer 2017 in einer Weinstube vor den Toren Frankfurts. Ich sitze in diesem gemütlichen Ambiente und plaudere mit einem Fußballtrainer. Plötzlich kommt Oberbürgermeister Peter Feldmann zur Tür rein und begrüßt uns freundlich. Irgendwann gehen wir, und ich gehe an den Tisch vom OB, um mich von ihm zu verabschieden. So schnell geht das aber nicht. Denn mit ernster Miene gibt er mir auf den Weg: „Habe gehört, dass Sie jetzt wieder im Schlappekicker-Vorstand sind. Da müssen Sie einmal ein bisschen Dampf machen, damit bei der Schlappekicker-Preisverleihung im Römer wieder mehr Leute kommen als zuletzt.“

Nach einem kurzen Zögern gehe ich mit der Antwort in die Offensive: „Herr Feldmann, warten Sie mal ab. In diesem Jahr wird der Limpurgsaal zu klein und wir müssen erstmals in den Kaisersaal umziehen.“ Ein knappes halbes Jahr später erhielt der FC Gudesding den Schlappekicker-Preis aus den Händen des OB – im Kaisersaal, denn angesichts des Andrangs der Gäste war der Limpurgsaal zu klein.

Harald Stenger, einst FR-Fußball-Chef und Pressesprecher beim Deutschen Fußball-Bund, heute stellvertretender Schlappekicker-Vorsitzender

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