Die Vorfreude steigt: Trainer Rudi Bommer.
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Die Vorfreude steigt: Trainer Rudi Bommer.

Regionalliga Südwest

Plötzlich Underdog

  • vonDaniel Theweleit
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Der finanzstarke Aufsteiger SC Hessen Dreieich geht das Abenteuer Regionalliga mit vergleichsweise schmalem Etat an.

Was 2013 mit dem Zusammenschluss von sieben Vereinen begann, erlebt am 28. Juli um 14 Uhr seinen vorläufigen Höhepunkt: Dann wird das erste Regionalliga-Spiel in der jungen Historie des SC Hessen Dreieich angepfiffen. Zum Auftakt der Premierensaison muss der Emporkömmling bei einem alten Bekannten antreten: Eintracht Stadtallendorf. Beide spielten 2016/17 in der Hessenliga, Dreieich wurde Meister, verzichtete aber auf den Aufstieg. Der von Unternehmer Hans Nolte finanziell gut ausgestattete Verein hatte sich schlichtweg zu rasant entwickelt, die Rahmenbedingungen reichten für die Regionalliga noch nicht aus. Profiteur der Entscheidung war Vizemeister Stadtallendorf, der stattdessen aufstieg.

Nun zog der SC Hessen Dreieich nach: Das Team wurde erneut Meister – und nahm sein Aufstiegsrecht diesmal auch wahr, obwohl Trainer Rudi Bommer mit dem „wahrscheinlich niedrigsten Etat“ (500 000 Euro) aller Regionalligisten auskommen muss. Das Saisonziel könne auch aus diesem Grund nur Klassenerhalt lauten.

Der SC Hessen Dreieich hat zwar Spieler im Kader, die bereits höherklassig aktiv waren, Bommer betont aber: „Wir haben keine Vollprofis, alle sind am Arbeiten oder studieren. Das ist schon eine enorme Doppelbelastung, die andere Klubs mit einem höheren Etat natürlich nicht haben.“ Der Trainer stellt daher klar: „Wir können unser Ziel, den Klassenerhalt, nur über die Fitness schaffen. Alle müssen topfit sein.“

Die erfahrene Achse mit Torhüter Pierre Kleinheider (unter anderem 55 Drittligaspiele für den Halleschen FC), Linksverteidiger Alexandros Theodosiadis (kam von Ligarivale Kickers Offenbach), dem in der Defensive vielseitig einsetzbaren Zugang Denis Streker (vier Erstliga-Einsätze für Hoffenheim und in der Dritten Liga für den FSV Frankfurt aktiv) und Spielmacher Andre Fließ (75 Regionalliga-Einsätze für die U23 von Eintracht Frankfurt II, den SVN Zweibrücken und den FC Nöttingen) soll die Mannschaft führen.

Abseits des Platzes bemüht sich der Klub darum, die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. In Yüksel Ekiz (zuletzt Rot-Weiss Frankfurt) hat das Trainerteam um Bommer und Assistent Ralf Weber die gewünschte Verstärkung erhalten. Der 37-Jährige, der einst unter anderem für Kickers Offenbach und Viktoria Aschaffenburg spielte, fungiert als Sportlicher Leiter. „Dadurch, dass Yüksel uns den Rücken freihält, können wir uns nun noch akribischer auf die Regionalliga und unsere Zielsetzung Klassenerhalt vorbereiten“, betont Bommer.

Aber nicht nur personell bereitet sich der SC Hessen Dreieich auf die Regionalliga vor. Auch der 2014 errichtete Sportpark muss den Erfordernissen der höheren Spielklasse angepasst werden. Mit der Aufstockung auf 3000 Plätze alleine ist es nicht getan. Die Heim- und Gästefans müssen voneinander getrennt werden, insofern sind auch gesonderte Parkplätze sowie Wege zum Stadion erforderlich. Von „viel, viel Arbeit“ spricht Sascha Schnobrich, der Geschäftsführer der Dreieicher Sportstätten Betriebs- und Marketing GmbH.

Bommer und seine Spieler können es derweil kaum erwarten, dass es endlich losgeht: „Wir freuen uns auf viele schöne Dinge. Offenbach, FSV Frankfurt, Homburg – da wollten unsere Spieler immer auftreten. Die großen Klubs und Stadien, das werden Herausforderungen. Ganz besonders natürlich Offenbach, wenn die Jungs vor der vollen Waldemar-Klein-Tribüne spielen. Da muss man sich schnellstmöglich daran gewöhnen.“ Bald ist es soweit.

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