Regionalliga

Nach Aufstieg überwiegt der Ärger

Etatkürzungen bei Bald-Viertligist Gießen.

Der Regionalliga-Aufstieg ist für den FC Gießen seit dem vergangenen Wochenende gesichert, die heiße Phase der Personalpolitik für die Viertklassigkeit beginnt. Im Hintergrund aber wird heftig diskutiert. Grund sind Budgetkürzungen. Das Sportliche Führungsduos, Daniyel Cimen und Michael Fink, einst unter anderem Profis bei Eintracht Frankfurt, ist ziemlich unzufrieden. „Dass Michael und ich verwundert darüber sind, dass beim Aufstieg das Budget gekürzt wird, ist klar“, sagt Trainer Cimen. „Michael ist damals gekommen, nachdem wir ihm erklärt haben, dass der Verein sehr ambitioniert ist. Die aktuellen Umstände sind nicht so, wie es damals besprochen wurde.“

Cimen als Trainer sowie Fink als Führungsfigur auf dem Platz und Berater im Hintergrund wollen früher oder später zurück ins Profigeschäft – mindestens Liga drei also. Angesprochen auf das Budget von 1,1 Millionen Euro sagt Cimen nun: „Es ist utopisch, dass man mit dem Etat eine gute Rolle in der Regionalliga spielen kann.“ Dem entgegnet Geschäftsführer Jörg Fischer: „Es gibt zwei Interessen, aber am Ende entscheidet der Verein.“ Heißt zusammengefasst: Ein Teil der Einnahmen soll lieber in die Infrastruktur und das Stadion gesteckt werden, statt es in die Mannschaft zu investieren.

Cimen bleibt realistisch

Dass die Gießener mit dem geplanten Etat die Klasse in der Regionalliga Südwest halten können, ist gewiss möglich. Wie schwer so eine erste Saison in der Viertklassigkeit sein kann, machte in der aktuellen Runde aber gerade der SC Hessen Dreieich. Der Aufsteiger hatte trotz zweifelsohne vorhandener finanzieller Mittel am Ende keine Chance im Kampf um den Klassenerhalt und muss kommende Spielzeit wieder in der Hessenliga ran.

Cimen und Fink, das ist nur allzu logisch, würden ihre Mannschaft gerne mit viertliga-erprobten Spielern verstärken, ein Kandidat war der 27-jährige Jannik Sommer von Waldhof Mannheim. Der Offensivmann wäre laut Cimen „eine Topverpflichtung gewesen“. Sommer aber entschied sich für den derzeitigen Ligazweiten FC Homburg. „Ich denke, dass wir keine Topspieler der Regionalliga verpflichten können“, sagt Cimen frustriert. Boss Fischer betont öffentlich, dass er den Ehrgeiz der beiden nicht negativ sieht: „Es ist normal, dass ein Trainer viele Möglichkeiten haben möchte.“ Der gekürzte Etat aber wird bestehen bleiben.

So müssen sich die Gießener wohl auf eine harte Runde im Kampf um den Klassenerhalt einstellen. „Ich gehe als Trainer und Realist nicht von Märchen aus“, sagt Cimen.

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