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"Uns fehlt ein bisschen der Biss, die positive Agressivität". Karolina Bednarova, Außenangreiferin des VC Wiesbaden.

VC Wiesbaden

Von links und rechts Backpfeifen

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Dem VC Wiesbaden mangelt es an Konstanz und Konzentration. Trotzdem wollen es die Volleyballerinnen aus der Landeshauptstadt in die Playoffs schaffen

Das Zuschauerinteresse ist trotz der ernüchternden Ergebnisse ungebrochen, die Sympathie groß. Doch der VC Wiesbaden kann die Begeisterung der eigenen Fans nicht nutzen und droht, erstmals seit sieben Jahren die Playoffspiele zu verpassen. „Wir schaffen es einfach nicht, uns zu belohnen. Wir haben uns gesteigert, können es aber noch besser. Es reicht halt noch nicht, weil wir immer noch paar blöde Fehlerchen machen“, erklärt Chefcoach Dirk Groß.

Nach sieben Bundesligaspielen stehen bereits vier Niederlagen zu Buche. Der Absturz auf den neunten Tabellenplatz – und damit aus dem Playoffrängen – ist die Folge. Und Besserung ist nicht in Sicht. Denn die nächsten Gegner heißen am Sonntag (17.30) Pokalsieger Dresdner SC und am 9. Januar Meister SSC Palmberg Schwerin. Der neu zusammengestellten Mannschaft fehlt es schlicht an Konstanz und Konzentration. „Es passiert viel zu oft, dass wir einfach nach einiger Zeit nachlassen. Wir müssen unsere Leistung konstant über das ganze Spiel halten und nicht nur einen Satz“, kritisiert Karolina Bednarova. Die erfahrene Außenangreiferin glaubt, dass dies eine Kopfsache sei. „Wir stecken uns gegenseitig an. Da muss es Eine geben, die alle mitreist und auch mal laut wird. Das müssen wir üben“, sagt die Tschechin.

Neben dem Platz harmoniert die Mannschaft, konnte dies aber bisher noch nicht auf dem Parkett zeigen. „Uns fehlt ein bisschen der Biss, die positive Agressivität. Wenn wir das umsetzen können, werden wir nicht so oft verlieren wie bisher“, findet Bednarova. Der schlechte Saisonstart inklusive dem frühen Pokal-Aus, hat bei den Spielerinnen Spuren hinterlassen. Der Druck ist groß. „Wir sind in einer schwierigen Situation, bekommen überall von links und von rechts immer Backpfeifen. Da haben einige Probleme damit“, gibt Groß zu. Wenn man nicht erfolgreich sei, stehe man halt in der Kritik. Drei Monate hat der 54-Jährige Zeit, sein Team auf Playoffkurs zu bringen.

Bei der Niederlage gegen Aachen kurz vor Weihnachten sah Groß bereits einen leichten Aufwärtstrend. „Von all den Spielen, die wir abgeliefert haben, war das mit das Beste. Auch wenn es wieder Höhen und Tiefen gab“, sagt der Coach, der viele individuelle Gespräche führt. „Wir haben keine Krise, merken aber, dass wir alle mehr tun müssen. Das machen wir auch. Wir dürfen aber nicht den Kopf verlieren“, betont Groß. Wichtigstes Ziel bleibt das Erreichen der Playoffs, wozu Rang acht genügt. „Dann sind wir erst mal drin, das müssen wir hinbekommen und dann schauen wir mal“, erklärt er.

Mit einer Überraschung in Dresden könnten Blockaden gelöst werden. „Wir waren dort immer mal für einen Ausreißer gut, warum jetzt nicht. Die Beschränkung fängt immer im Kopf an. Wir wollen immer noch unsere Ziele erreichen, wissen, dass es nicht einfacher geworden ist. Wir probieren es“, verspricht Groß.

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