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War zuletzt gut drauf: Matias Pyysalo. 

Kickers Offenbach

OFC sucht das Erfolgserlebnis

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Regionalligist Kickers Offenbach will nach vier Partien ohne Sieg am Montag in Ulm endlich wieder einen Dreier holen

Als Steven Kessler an den 29. Juli zurückdenkt, huscht ein kurzes Lächeln über sein ansonsten recht ernstes Gesicht. Es war ein lauer Sommerabend, die Offenbacher Kickers empfingen auf dem Bieberer Berg den SSV Ulm 1846 zum ersten Regionalliga-Spiel der neuen Saison, Flutlicht, volles Haus, 2:0-Sieg, ein rauschendes Fußballfest. Und Kessler, damals noch Vollzeit-Nachwuchscoach, saß mit der kompletten U19 auf der Tribüne und staunte. „Das war schon beeindruckend“, erzählt er. „Wir haben das alles aufgesogen.“

Im November heißt die Realität Abstiegsgefahr statt Aufstiegsrennen. Kessler ist mittlerweile Interimstrainer der Profis, die seit fünf Ligaspielen auf einen Sieg warten und nur noch knapp über der Abstiegszone stehen. Der 44-Jährige tut sich schwer, mit seinem Team so etwas wie Aufbruchstimmung zu erzeugen. Immerhin im Pokal lief es ganz gut: 7:0 im Kreispokal gegen den SV Dreieichenhain, dann 1:0 im Hessenpokal gegen Bayern Alzenau.

Wie also die sommerliche Euphorie wieder heraufbeschwören? Kurze Antwort von Kessler: „Indem wir viel gewinnen.“ Noch dreimal haben die Kickers in der Regionalliga Südwest die Möglichkeit dazu, ehe die mehr als zwei Monate lange Winterpause beginnt. Die erste Chance zu drei Punkten fürs gute Gefühl bietet sich heute Abend (20.15 Uhr/Sport1) beim SSV Ulm 1846.

Auf eine lange Trainingswoche folgt also eine lange Auswärtsfahrt, fast 300 Kilometer muss der Mannschaftsbus zurücklegen. Kessler ist das eigentlich nicht ganz recht, in Folge der beiden Pokalsiege hat er nämlich zumindest auf dem Übungsplatz einen gewissen Frohmut festgestellt. „Das beflügelt natürlich“, berichtet der 44-Jährige. „Wenn man gewinnt, will man möglichst schnell wieder spielen.“

In Ulm soll sich also der verhalten positive Trend fortsetzen – auch, damit die lange Pause während der frostigen Monate ein wenig erträglicher wird. Man wolle noch möglichst viele Punkte holen, „damit der Blick auf die Tabelle nicht ganz so wehtut“, so Kessler. Mit einem warmen Gefühl in die kalten Tage, sozusagen. „Sonst hat man das die ganze Vorbereitung über im Kopf.“

Zum langersehnten Erfolgserlebnis in der Liga soll auch Matias Pyysalo seinen Teil beitragen. Der finnische Flügelspieler, bislang meist Ersatz, hatte zuletzt groß aufgetrumpft: Vor zwei Wochen, beim 1:1 in Gießen, traf er früh zur Führung; sieben Tage darauf erzielte er in Alzenau das späte Siegtor. „Hoffentlich ist das erst der Anfang“, sagt Pyysalo. „Ich habe Hunger auf mehr.“

Der 24-Jährige dürfte gebraucht werden, auf dem Flügel ist bei den Kickers aufgrund der Gelb-Sperren von Maik Vetter und Manolo Rodas Not am Mann. Gegenüber von Pyysalo könnte Jakob Lemmer beginnen. Der 19-Jährige hat seine Knieprobleme auskuriert und wurde zuletzt dreimal eingewechselt.

In der Innenverteidigung ist die Lage ähnlich angespannt. Gerrit Gohlke muss wegen seiner Roten Karte aus der Saarbrücken-Partie (0:5) und der damit verbundenen Drei-Spiele-Sperre noch ein weiteres Mal zuschauen, auch Abwehrchef Kevin Pezzoni droht erneut wegen muskulärer Probleme auszufallen. „Hinter Pezzo müssen wir noch ein Fragezeichen setzen“, erklärt Kessler.

Ansonsten haben laut dem Interimscoach in der zurückliegenden Woche aber alle Mann das Training mitgemacht, auch Lucas Albrecht, der sich zuletzt wie Nebenmann Pezzoni mit muskulären Beschwerden herumquälte. Damit sollte Kapitän Richard Weil, der in Alzenau hinten aushalf, wieder auf seine angestammte Position im Mittelfeld zurückkehren.

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