Wird der Ball nochmal rollen?

Große Ungewissheit

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Beim FSV ist vor allen Dingen Geduld gefragt

Thomas Bredel widmet sich dieser Tage der Gartenarbeiten. Das ist gewiss keine schlechte Idee, dem Corona-Blues ein Schnippchen zu schlagen, „St. James Infirmary“ – ein sehr schwermütiger Blues-Song – wird nicht aufgelegt. Die nötigen Hausaufgaben hatte der Trainer und Sportliche Leiter des Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt auch schon erledigt. „Wir haben die Kurzarbeit auf den Weg gebracht. Die Spieler halten sich individuell fit, aber halt in einem begrenzten Rahmen“, sagt er. Bei der Ligakonkurrenz wird sich nebenbei erkundigt, was sie denn so tun, besondere Abweichungen gäbe es nicht. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht, und müssen halt abwarten“, sagt Brendel.

Nach aktuellem Stand sind bisher sieben Spieltage verschoben worden in der Regionalliga Südwest. Dass in dieser Saison überhaupt noch einmal um Punkte gespielt wird, hält der 43-Jährige für unrealistisch. „Ich gehe davon aus, dass wir kein Spiel mehr machen“, sagt Brendel und stellt die Frage: „Was passiert, falls wieder gespielt werden sollte, wenn sich dann wieder ein Spieler infiziert?“ Der zeitliche Rahmen ist zudem begrenzt, am 30. Juni laufen die Verträge aus, und Ende des folgenden Monats soll ja die nächste Runde starten.

24 Spieler stehen jedenfalls derzeit beim FSV Frankfurt unter Vertrag. Zehn davon, sagt Brendel, hätten für 2020/21 einen Kontrakt, bei den anderen 14 laufe der Vertrag aus. „Kurzfristig könnten wir mit fünf, sechs Spielern verlängern, eine richtige Planung ist aber ausgeschlossen, die Spieler müssen sich noch gedulden“, betont Brendel.

Etat auch unklar

In dieser ungewöhnlichen Situation steht freilich auch noch nicht fest, mit welchem Etat der Fußballsportverein in der kommenden Spielzeit kalkulieren kann, wenngleich Brendel sich gedämpft optimistisch äußert. „Mit unseren Sponsoren haben wir ein positives Verhältnis.“ So erwartet er auch nicht, dass Rückerstattungen für die laufende Meisterschaftsrunde gefordert würden, finale Gespräche stünden dazu noch aus. Allerdings verhehlt Brendel nicht, dass es in diesen Zeiten eine Herausforderung ist, neue Geldquellen zu erschließen. Mögliche Sponsoren würden in erster Linie darauf achten, Arbeitsplätze zu sichern. Verständlicherweise.

Seitdem die Bornheimer ein Insolvenzverfahren überstanden haben und in der Regionalliga mitwirken, sind die Personalkosten ohnehin schon stark gedrosselt worden. Auch nach der Corona-Zeit wird es für den FSV erst einmal nur darum gehen, sich Schritt für Schritt nach vorne zu orientieren. Viel Geduld ist gefragt – bei allen Beteiligten.

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