Auftaktspiel

Emotionen pur beim FSV

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Frankfurter Regionalligist dreht sein Auftaktspiel in der Nachspielzeit.

Ekstase am Bornheimer Hang! Präsident Michael Görner, Trainer Thomas Brendel und alle anderen von der Bank spurteten weit aufs Feld, einige Ultras kletterten auf den Zaun, viele andere der 1133 Zuschauer ließen ihren Emotionen einfach nur lautstark freien Lauf. Mit einem Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit bog Regionalligist FSV Frankfurt die Saisonauftaktpartie gegen die TSG Balingen tatsächlich noch um und bezwang die Schwaben mit 2:1 (0:1). Die reguläre Spielzeit war schon abgelaufen, da führten die Balinger noch. Doch dann trafen Kapitän Dominik Nothnagel und Arif Güclü für die Schwarz-Blauen.

„Wir haben große Moral gezeigt“, sagte Görner, als die Pulswerte der Bornheimer sich wieder einigermaßen normalisiert hatten. FSV-Spieler Denis Mangafic sendete gar Kussbotschaften in Richtung der schwäbischen Besucherschaft, die mit den Ereignissen zwischen 90.+1 und dem finalen Pfiff gar nicht einverstanden war.

Dass es zu diesem furiosen Ende kam, war sicherlich sehr glücklich für die Frankfurter. Aber es war auch der verdiente Lohn. Der FSV hatte in der zweiten Halbzeit gefühlt 80 Prozent Spielanteile, die TSG kam kein einziges Mal mehr gefährlich vors Tor von Keeper Marco Aulbach. Der Ausgleich von Nothnagel mit einem platzierten Flachschuss war überfällig; die Balinger protestierten indes, weil Mittelfeldakteur Lukas Foelsch im Strafraumgetümmel zu Boden gegangen war. In den hektischen Schlusssequenzen verloren die Gäste nun den Überblick, und Güclü traf per Kopf zum Sieg.

Dennoch überraschte, wie viel Mühe der FSV in der ersten halben Stunde hatte, um Struktur zu finden. Deutliche Siege in der Vorbereitung gegen die Drittligisten 1. FC Kaiserslautern (4:1) und Würzburger Kickers (3:1) – all dies konnten die Frankfurter nicht in den Punktspielalltag transportieren. Als dann auch noch ein Treffer von Vito Plut nicht anerkannt wurde, begann die wacklige Phase des FSV. Krasse individuelle Fehler von Robin Williams (38.) und Ahmed Azaouagh (40.) führten beinahe zu Gegentreffern. In der Minute dazwischen köpfte Lukas Foelsch zum 0:1 ein. Viel forscher traten die Bornheimer nach der Pause auf. Und als dann Jonas Fritschi Gelb-Rot sah (61.), war der FSV Herr auf dem Platz. „Es war schwerer als erwartet nach unserer guten Vorbereitung“, resümierte Brendel.

Auch wenn die Freude am Ende riesig war, lediglich etwas mehr als tausend Interessierte tummelten sich auf zwei der vier Tribünen. „Ich hatte mehr Zuschauer erwartet. Ich glaube, dass die Leute aber mit einem guten Gefühl nach Hause gehen“, sagte Görner.

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