Hessen Dreieich

Dreieicher Naivität

Die Hessen können mithalten in der Regionalliga ? verspielen aber erneut eine Führung.

Rudi Bommer ist eigentlich die Ruhe und Gelassenheit in Person. Aber nach dem 2:2 (0:0) gegen den SSV Ulm eilte der 61-Jährige schnurstracks in Richtung Schiedsrichter Reuter und ließ beim 28-jährigen Studenten Dampf ab. Der Dreieicher Trainer war stinksauer über eine Entscheidung des Unparteiischen, die in der 83. Minute das Spiel zu Ungunsten der Dreieicher kippen ließ. 
Der überragende Tino Lagator hatte die Dreieicher mit seinen ersten beiden Saisontoren (70. und 79. Minute) mit 2:0 in Führung geschossen. Die Dreieicher Defensive hatten die Ulmer nach Anfangsproblemen in der zweiten Halbzeit sicher im Griff, da sank Adrian Beck in der 83. Minute im Dreieicher Strafraum zu Boden. Nach einigen Sekunden des Zögerns pfiff Reuter Elfmeter. Der Dreieicher Dominic Rau hatte Beck attackiert. „Dominic hat mir versichert, dass er überhaupt keinen Kontakt mit dem Ulmer hatte“, haderte Bommer mit der Elfmeterentscheidung. Zumal Reuter vor der Pause den Dreieichern nach Foul an Lagator einen wesentlich klareren Strafstoß verweigert hatte.

„Die Lage ist schon ernst“

Der kurz zuvor eingewechselte Ex-Offenbacher Thomas Rathgeber verwandelte sicher – und die Dreieicher waren völlig durcheinander. Als der ebenfalls eingewechselte Vinko Sapina fast 50 Meter ungehindert durch das Mittelfeld dribbelte, fehlte die Zuordnung, auf ein taktisches Foul wurde verzichtet. So durfte der dritte Einwechselspieler, Aron Viventi, nach Sapina-Pass schießen, und zu allem Überfluss grätschte Dominic Rau den Ball über die Linie. „Das 2:2 darf niemals passieren“, wunderte sich Bommer über die Naivität seiner Mannschaft in der Schlussphase.

Dieses Eigentor ist symptomatisch für die Dreieicher Probleme im bisherigen Saisonverlauf. Zum vierten Mal verspielte die Bommer-Elf eine Führung, offenbar kehrt bei einem Vorsprung Verunsicherung ein und die Angst, etwas aus der Hand zu geben. In Mannheim gab es nach 1:0 und 2:1 eine 2:4-Niederlage. In Elversberg führte Dreieich 2:0 und 3:2, am Ende stand es 3:4. In Mainz reichte es nach 1:0 nur zum 1:1. Diesmal verbockten die Dreieicher sogar ein 2:0. 

Der Punkt gegen den Tabellenzweiten Ulm ist aller Ehren wert, fühlte sich aber eigentlich wie eine Niederlage an. Die Dreieicher können mit ihren Neuzugängen inzwischen sogar mit den Topteams mithalten. In den letzten fünf Spielen gab es nur eine Niederlage – aber auch nur einen Sieg. Das ist auf Dauer zu wenig. 

„Ein gutes Spiel reicht nicht. Wir haben es wieder nicht geschafft drei Punkte zu holen“, haderte Doppeltorschütze Tino Lagator mit dem verpatzten Happy End und blickte auf die nächste Parte in Hoffenheim voraus. „Die Lage ist schon ernst. Es wird höchste Zeit, dass wir uns für unsere guten Leistungen jetzt mal belohnen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion