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Draußen am Fluss

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Von: Katja Sturm

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Wiesbaden und Mainz sollen gemeinsame Sache machen

Für einen geübten Schwimmer stellt ein Fluss ein eher leicht zu überwindendes Hindernis dar. Und so spricht wenig gegen die Entscheidung des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), die durch den Rhein und eine Ländergrenze voneinander getrennten Städte Mainz und Wiesbaden zu einem gemeinsamen Projekt-Bundesstützpunkt Langstreckenschwimmen zu vereinigen. Zumal die Sportler sowieso schon zusammenarbeiten, wie Hein Denneboom, der Vorsitzende des SC Wiesbaden, betont. "Es wird ab morgen nichts anderes passieren", fügt Steffen Grummt hinzu, der Vizepräsident der SG Rheinhessen und Leiter des Mainzer Stützpunktes, nachdem der DSV vor einigen Tagen den eigentlich schon im Dezember getroffenen Entschluss noch einmal bestätigt hat.

Zuvor hatte sich DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow vor Ort einen Überblick über die Bedingungen rechts und links des Rheins verschafft und mit den Verantwortlichen Gespräche geführt. Von etwaigen Spannungen zwischen den beiden Parteien habe er dabei nichts gespürt. Und doch hatten die Mainzer, die den Projektstützpunkt gerne allein geführt hätten, bis zuletzt den verordneten Partner lieber unerwähnt gelassen.

Natürlich schicken auch beide Seiten einen eigenen Kandidaten in das Rennen um die Position des Bundesstützpunktleiters, der dem DSV als Ansprechpartner dienen und laut Buschkow die "Leistungssportkonzeption des Verbandes in die Tat umsetzen soll". Die Rheinhessen favorisieren ihren Cheftrainer Lothar Schubert, die Wiesbadener ihre Co-Trainerin Shila Sheth, Freiwasser-Referentin des DSV. Eine Stellenteilung wird es laut Buschkow nicht geben, "wir brauchen keine zwei Chefs", sagt der ehemalige Wassersprung-Bundestrainer, zumal es angesichts der 20 000 Euro, die jedem der drei Projektstützpunkte zur Verfügung stehen, sowieso nur um eine Honorar-Teilzeitstelle gehe.

Maurer bleibt Evseev treu

Für diese könnte es allerdings noch einen weiteren Bewerber geben: Schuberts Vorgänger Nikolai Evseev, der die SG Rheinhessen nach Querelen Ende 2008 verlassen und mit seiner Lebensgefährtin Angela Maurer beim SSV Undine Mainz angeheuert hat. Die Olympiavierte, die derzeit auf Fuerteventura im Trainingslager weilt, hat mit ihrem Rücktritt gedroht, sollte sie in Zukunft bei jemand anderem üben müssen. In Mainz hat sie laut Grummt zwar eigene Wasserzeiten, nutze sie aber nicht. Lieber trainiere sie wohl in Wiesbaden, wo sie arbeitet, wohnt und, anders als in Mainz, ihren eigenen Trainer mitbringen darf. Es gibt in der Schwimmszene eben Hindernisse, die schwerer zu überwinden sind als ein Fluss.

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