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Umstrittener Sponsor: Christian Pospischil im Trikot der Roten.
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Umstrittener Sponsor: Christian Pospischil im Trikot der Roten.

RW Frankfurt

Bordell auf der Brust

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Hessenligist Rot-Weiss Frankfurt sieht der Sponsoringprüfung des Hessischen Fußballverbands gelassen entgegen.

Daniyel Cimen kann die Aufregung nicht verstehen. Der Trainer von Rot-Weiss Frankfurt steht auf dem Rasen im Stadion am Brentanobad, seine Mannschaft hat gerade das erste Heimspiel unglücklich mit 1:3 gegen den KSV Baunatal in der Hessenliga verloren. Statt über die sportliche Leistung seiner Mannschaft, musste der 32-Jährige in den vergangenen Tage sehr viel über den Trikotsponsor des Klubs lesen. „Ich weiß nicht, warum das so in den Blickpunkt geraten ist“, sagt Cimen. The Palace – Saunaclub für Ladies und Gentlemen steht auf den roten Jerseys der Roten. Die sogenannte „Kontaktsauna“ ist nichts anderes als ein Bordell unweit des Stadions. „Gegen die Branche ist prinzipiell nichts zu sagen. Wenn man täglich die ,Bild’-Zeitung aufschlägt, liest man mehr“, sagte Präsident Ottmar Klauß dem HR. Er hatte den Deal über eine fünfstellige Summe bereits vor mehreren Monaten eingefädelt, weil der vorherige Hauptsponsor abgesprungen war. Mit den Trikots läuft das Team seit April in der Hessenliga auf. „Da ist es gar keinem aufgefallen“, sagt Cimen. Nun will der Hessische Fußballverband (HFV), nachdem das Thema jetzt hochgekocht ist, prüfen, ob das Sponsoring bestehen bleiben darf oder der Verein aus dem Stadtteil Rödelheim sich einen anderen suchen muss. Zuvor war es den Verantwortlichen entweder egal oder sie fanden es nicht anstößig, dass ein Verein mit 14 Jugendmannschaften für ein Bordell wirbt. „Wir warten die Stellungnahme des Vereins ab“, sagte ein HFV-Sprecher. Eine Entscheidung würde aber nicht vor Mitte der Woche fallen.

Neue, junge Mannschaft

Während es im Verband klare Regeln darüber gibt, dass Vereine nicht für Alkohol und Tabak werben dürfen, fällt der Trikotsponsor der Roten unter die „allgemein im Sport gültigen Grundsätze von Ethik und Moral“. Ethik und Moral lassen sich weit auslegen. Daniyel Cimen hat eine klare Meinung dazu: „Im Profifußball wird Werbung für Alkohol und Wettanbieter gemacht und da sagt keiner was“, sagte der ehemalige Profi von Eintracht Frankfurt. Nur die erste Mannschaft laufe mit den Trikots auf, keine einzige Jugendmannschaft. Neben dem   Schriftzug auf den Trikots wirbt das „Palace“ auch im Stadionheft von Rot-Weiss und mit drei Bannern im Stadion. Bis auf eine stark geschminkte, lächelnde Frau, gibt es keine Hinweise auf das Etablissement. Cimen glaubt nicht, dass es Konsequenzen geben wird. „Ich bin da ganz entspannt.“ Sollte der HFV das anders sehen, würden die Roten, die nicht das allergrößte Budget und sehr wenige Einnahmen durch Zuschauer haben (am Samstag kamen 230) allerdings ganz schön in die Bredouille geraten. Nach dem der Klub im Mai zum zweiten Mal in Folge in der Aufstiegsrelegation gescheitert war, sind viele Leistungsträger abgesprungen. Die Vorbereitung war dementsprechend „bescheiden“, formuliert es Cimen diplomatisch. In dieser Woche sollen noch zwei Neuzugänge präsentiert werden. Spätestens nach    zehn Spielen, so Cimen, wird er wissen, wo sein „sehr junges Teams“ steht. Wo es dann finanziell steht, hängt vom Hessischen Fußball-Verband ab.

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