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Dürfen erst wieder ab dem 27. Mai ins Mannschaftstraining einsteigen: Die Spieler des 1. FC Magdeburg.

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Einfach nur absurd

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Der DFB hat beschlossen, dass die Dritte Liga ab dem 30. Mai wieder spielen soll. Entgegen jeglicher Vernunft, der Realität für viele Klubs und sportlicher Fairness. Ein Kommentar.

Wenn eine Mannschaft in Rückstand liegt und in der Schlussphase noch unbedingt den Ausgleich erzielen will, packt sie die Brechstange aus. Alles wird ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne geworfen. Ob 0:1 oder 0:2 ist dann auch egal. Warum der DFB nun in einer Patt-Situation mit aller Macht die restlichen elf Spiele der Dritten Liga bis zum 30. Juni durchprügeln will, ist überhaupt nicht zu verstehen und einfach nur absurd. Vor allem: Die Art und Weise macht sprachlos.

Klar: Es geht, wie in Erster und Zweiter Bundesliga, um TV-Geld, das ansonsten zurückgezahlt werden müsste. Allerdings sind die Voraussetzungen für einen Re-Start in den einzelnen Bundesländern komplett unterschiedlich. In Sachsen-Anhalt darf es bis zum 27. Mai kein Mannschaftstraining geben, aber drei Tage später sollen der 1. FC Magdeburg und der Hallesche FC eine Ligapartie absolvieren. Wie soll das funktionieren? Glaubt der DFB, dass die Klubs, wenn sie nur ein bisschen Druck machen, eine Sondergenehmigung bekommen? Oder dass Carl-Zeiss Jena doch vor dem 5. Juni im eigenen Stadion spielen darf, wenn sie die Landesregierung in Erfurt nur ganz höflich darum bittet? Ganz sicher nicht!

Was der DFB seinen Drittligisten zumutet, hat nichts mit einem fairen sportlichen Wettbewerb zu tun. Auf Kosten der Gesundheit der Spieler soll die vor sich hindümpelnde Marke Dritte Liga am Leben gehalten werden. Mit der Brechstange wird sie freilich nur noch weiter beschädigt.

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