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Fastfood-Verköstigung ist nur eines von vielen  Problemen.

Kommentar

Raus aus der Essensfalle

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Dass immer mehr Spitzensportler wie Lionel Messi oder Novak Djokovic sich rein pflanzlich ernähren, macht ein dringendes Thema aktuell: Zu viel Zucker und Fett ist auf dem Speiseplan. Der Kommentar.

Es genügt ein Rundgang über die Rosenhöhe in Offenbach, um das Problem in seiner Fülle zu erkennen. Ganzjährig bietet der Schwimmverein EOSC Offenbach, aus dem einst „Albatros“ Michael Groß hervorging und dessen verblasstes Farbfoto immer noch im Vorraum hängt, Schwimmunterricht an. Mittlerweile melden sich immer mehr erschreckend übergewichtige Kinder an. Nicht anders sieht es auf den angrenzenden Fußballplätzen der SG Rosenhöhe aus. Da hat der eine oder andere nicht nur eine Kugel am Fuß, sondern auch eine am Bauch.

Wer den Blick dann noch auf einen Schulhof in angrenzenden Offenbacher Stadtteilen wirft, weiß: Es läuft etwas verdammt schief bei der Ernährung junger Menschen. War früher das Rauchen die große Sünde, ist längst Fettleibigkeit die große Gefahr. Wer in jungen Jahren schon viel zu viele Kilos mit sich herumträgt, schleppt das Problem direkt mit ins Erwachsenenalter. Erschreckende Bewegungsarmut, fehlender Sportunterricht und häufig auch mangelnder Bezug zu Sportvereinen sind die eine Ursache. Falsche Ernährung die andere.

Gesunde Kost kann ganz einfach und muss nicht mal sündhaft teuer sein. Aber die heimlichen Dickmacher lauern überall. Nicht nur in den bunten Süßigkeiten, die in keinem Supermarkt fehlen. Und auch Fastfood-Verköstigung ist nur ein Problem. Wer seinen Kindern regelmäßig Säfte, Limonade oder Milchgetränke statt Mineralwasser zum Trinken und Pizza, Pommes und Frikadellen aus der Kühltruhe statt Obst und Gemüse zum Essen gibt, hat schon verloren: Die Kalorien aus den Unmengen Zucker und Fett kann kein Sportprogramm mehr kompensieren.

Der Pfad der Tugend muss gar nicht die vegane Ernährung sein, von der immer mehr Spitzensportler jetzt schwärmen. Es hilft bereits, auf Billigfleisch unter der Woche zu verzichten und sich dafür am Wochenende ein Steak oder Kotelett vom Metzger zu holen, der regionale Produkte in seiner Schlachterei verarbeitet.

Dass sich immer mehr Stars mit ihrer Ernährung und der Lebensmittelerzeugung auseinandersetzen, es über ihre (Sozialen) Netzwerke in die Öffentlichkeit tragen, ist nicht zu unterschätzen. Denn ihre Vorbildwirkung ist extrem. Und wenn der eine oder andere sportinteressierte Heranwachsende bei der Auseinandersetzung mit einem komplexen Thema nur die goldene Mitte findet, wäre schon wieder viel gewonnen.

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