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Putins Verbündete

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Gilt als einer der wichtigsten Oligarchen im System Putin: Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch.
Gilt als einer der wichtigsten Oligarchen im System Putin: Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch. © imago images/Shutterstock

Oligarchen, die im Sport wichtige Rollen einnehmen und zum russischen Präsidenten stehen

Der Einfluss von Wladimir Putin im Sport, nicht nur im Fußball, ist riesig. Warum eigentlich? Unter anderem weil der russische Präsident enge Bande zu Oligarchen pflegt. Eine Übersicht:

Radsport

Igor Wiktorowitsch Makarow (59 Jahre, geschätztes Vermögen 2,1 Milliarden Dollar, Öl- und Gasgeschäft): „Sein Leben ist die Kulmination aus purer Hingabe, geistiger Stärke und unerschütterlichem Engagement.“ So beschreibt sich Makarow selbst. Von 1979 bis 1986 nahm er als Radfahrer an internationalen Wettkämpfen teil, war Teil einer Olympiamannschaft der UdSSR. Nach der aktiven Karriere blieb er dem Sport treu. 2008 gründete Makarow das Radteam Kathusha (mittlerweile Kathusha-Alpecin, auf den Trikots war eine Zeit lang die Silhouette des Kremls zu sehen), von 2010 bis 2016 war er Präsident des russischen Radsportverbands, seit 2011 sitzt er im Vorstand des Welt-Radsportverbands UCI. Makarow, so beschrieb es der deutsche Publizist Jürgen Roth, „darf sich zum inneren Zirkel Putins zählen“. Den Oligarchen begleiten vielfache Vorwürfe über Geldwäsche und Mafiakontakte. Das FBI ermittelte 2002 wegen einer möglichen Bestechung eines US-Kongressabgeordneten gegen ihn. Interessant: Im Ibiza-Video, das den Sturz des damaligen österreichischen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache einleitete, gab sich der Lockvogel als Nichte Makarows aus. Der Milliardär zeigte sich anschließend verärgert und stellte klar, dass er Einzelkind ist.

Fechten

Alischer Usmanow (68, geschätztes Vermögen 16,8 Milliarden Dollar, Medienmogul): Eines vorneweg, Usmanow kann nur ein von Grund auf integrer Mensch sein. Denn Thomas Bach, hauptberuflich IOC-Präsident, gratulierte „meinem Freund Alisher Usmanow zu seiner Wiederwahl als FIE-Präsident“. Und jetzt ohne Ironie: Seit 2008 und mindestens bis 2024 leitet Usmanow den Internationalen Fechtverband. Von Bach gab es nicht nur warme Worte, sondern auch die „IOC-Trophäe für olympische Werte“. Alexei Nawalny warf Usmanow, der Anteile am FC Arsenal hält, vor, den Kreml zu finanzieren. Usmanow antwortete mit einem Video von seiner 154-Meter-Jacht, in dem er laut „Guardian“ „Ich spucke auf dich“ sagte. Der Welt-Antidopingagentur schrieb Usmanow, der „unbarmherzige Kampf“ gegen Doping dürfe „nicht in einen Lynchmord umschlagen“. Der 68-Jährige soll mehrere Villen am Tegernsee besitzen und hat in den FC Everton investiert.

Schach

Kirsan Iljumschinow (59): Die Schachwelt sollte froh sein, dass Kirsan Iljumschinow sie mit seiner irdischen Präsenz beehrt hat. Iljumschinow ist sich laut mehreren Interviews sicher, dass er 1997 gemeinsam mit Außerirdischen durch das All gereist ist. Der Ex-Politiker aus Russlands Teilrepublik Kalmückien und Vertrauter Putins leitete von 1995 bis 2018 den Weltschachverband. Iljumschinow traf sich in seiner Rolle als Fide-Präsident mit Saddam Hussein und spielte Schach mit Muhammed al-Gaddafi. Wegen seiner geschäftlichen Kontakte in Syrien steht Iljumschinow auf der Sanktionsliste der USA. Den Schachverband übernahm Arkady Dvorkovich. Ein russischer Politiker, der von 2008 bis 2012 einer von fünf persönlichen Beratern Putins war. Bei der Wahl des Fide-Präsidenten hat jedes Mitgliedsland eine Stimme. Iljumschinow wird nachgesagt, die stimmberechtigten Länder mit Geschenken auf seine Seite gezogen zu haben.

Schießen

Wladimir Lissin (65, geschätztes Vermögen 31 Milliarden Dollar, Stahlmagnat): 2018 setzte sich Wladimir Lissin auf einer Generalversammlung in München als Präsident der International Shooting Sport Federation (ISSF) durch. Lissin wurde 2002 Präsident des russischen Schießsportverbands, leitete zudem seit 2009 die European Shooting Confederation. Der 65-Jährige ist zudem Mitglied der russischen olympischen Kommission und hat enge Verbindungen zu Putin.

Fußball

Roman Abramowitsch (55, geschätztes Vermögen 12,6 Milliarden Dollar): Im Buch „Putin’s People“ schreibt Autorin Catherine Belton, dass Putin Abramowitsch 2003 damit beauftragt habe, den FC Chelsea zu kaufen, um Russlands Einfluss zu vergrößern. Abramowitsch hat eine Klage gegen das Buch eingereicht. Die Gerüchte, dass er zu den wichtigsten Oligarchen im System Putin zählt, wird er damit nicht los. nms

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