+
Zieht er bald die Handschuhe in München aus? Bayern-Torwart Manuel Neuer.

FC Bayern München

Pokert Manuel Neuer zu hoch?

  • schließen
  • Hanna Raif
    schließen

Während der Verein mit Thiago und Alaba wohl bald verlängern dürfte, schreckt er vor den immens hohen Forderungen des Keepers zurück.

Parallel zum ersten Grüppchen-Training des FC Bayern nach den Osterfeiertagen trafen sich am Dienstag Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Finanzboss Jan-Christian Dreesen in einem der zahlreichen Besprechungsräume an der Säbener Straße. Wenn dieses Trio die Köpfe zusammensteckt, werden häufig Spielerverpflichtungen beschlossen. Da Rummenigge aber bereits zu Beginn der Corona-Krise öffentlich machte, dass der deutsche Rekordmeister vorerst alle Transfer-Aktivitäten auf Eis gelegt hat, wurden diesmal wohl keine neuen Star-Einkäufe fix gemacht.

Priorität hat ganz klar, vorzeitig die Verträge der Spieler zu verlängern, deren Arbeitspapiere im Sommer 2021 auslaufen. Thomas Müller (30) hat bereits den Anfang gemacht und ließ sich bis 2023 an den Klub binden. Bei Thiago (29) ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis dessen Vertragsverlängerung verkündet wird. Und auch bei David Alaba (27) sieht es mehr als gut aus. Manuel Neuer (34), dessen Vertrag ursprünglich ebenfalls vorzeitig bis 2023 verlängert hätte werden sollen, taucht in dieser Auflistung bewusst nicht auf.

Nicht um jeden Preis

Nach Informationen unserer Zeitung bereitet man sich intern beim FC Bayern nicht darauf vor, zeitnah eine Vertragsverlängerung zu verkünden. Oder anders ausgedrückt: Die Verhandlungen ziehen sich. Sie drohen aktuell gar zu scheitern. Der deutsche Rekordmeister hätte mit seinem Kapitän gerne während der Corona-Krise verlängert – aber eben nicht um jeden Preis. Zur Erinnerung: Neuer und sein Berater Thomas Kroth pochen auf einen Fünf-Jahres-Vertrag, der ein jährliches Bruttogehalt von 20 Millionen Euro beinhalten soll. Heißt: Wenn der Kontrakt des Bayern-Torwarts im Sommer 2025 ausliefe, wäre der Bayern-Torwart fast 40 Jahre alt und um 100 Millionen Euro reicher. Und die Grundlage dieser ansehnlichen Altersvorsorge hätte die Neuer-Seite während der Covid-19-Pandemie geschaffen.

Kein Wunder, dass die Verantwortlichen des FC Bayern verstimmt sind. Das gierige Auftreten von Neuer und Kroth sorgt selbst in Münchner Beraterkreisen für Kopfschütteln. Tenor: Diese Forderungen sind in Zeiten von Corona schlichtweg unangebracht. Diese Meinung vertreten auch zahlreiche Bayernfans: Mehr als die Hälfte von ihnen sind der Meinung, dass der FC Bayern nicht überstürzt handeln sollte. Dies ergab eine repräsentative Befragung des Umfrageinstituts Civey im Auftrag des Online-Portals t-online.de. 55,6 Prozent beantworteten demnach die Frage: „Sollte der FC Bayern München den Vertrag mit Kapitän Manuel Neuer um jeden Preis über 2021 hinaus verlängern?“ mit „Nein, auf keinen Fall“. Mit „Ja, auf jeden Fall“ antworteten 44,4 Prozent. Sieht ganz danach aus, als ob Neuer künftig wieder einen schweren Stand bei der Anhängerschaft hat, wie bereits zum Beginn seiner Zeit in München.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare