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Patrick Groetzki: „Das Viertelfinale sollte schon unser Ziel sein“

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Von: Björn Mahr

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Patrick Groetzki.
Patrick Groetzki. © dpa

Handballer Patrick Groetzki über den heutigen WM-Start, die „knifflige Gruppe“ und die wichtige Rolle des Kabinen-DJ.

Herr Groetzki, das deutsche Auftaktspiel findet an einem Freitag, den 13., statt. Wie abergläubisch sind Sie?

Überhaupt nicht. Mir ist einfach nur wichtig, dass ich mich gut vorbereite und warmmache. Wenn man zu viele Rituale hat und da dann etwas nicht klappt, fokussiert man sich auf das Falsche.

Gute Erinnerungen an Spiele gegen Katar dürften Sie aber nicht haben, oder?

Nein, das nicht. Wir haben die beiden WM-Spiele 2015 und 2017 verloren. Speziell an die erste Partie in Katar denke ich nicht gern zurück, weil ich gegen Ende einen wichtigen Ball vergeben habe. Die Kataris haben aber mittlerweile in Teilen eine andere Mannschaft als damals. Dennoch sind immer noch Spieler dabei, die keine katarischen Wurzeln haben. Uns erwartet gegen den Asienmeister eine schwierige Aufgabe.

Wie fällt die Bilanz nach der Vorbereitung mit den beiden Tests gegen Island aus?

Es war eine gute Trainingswoche. Wir hatten zwei Partien auf Top-Niveau. Man hat gegen Island gesehen, dass wir einen richtig schnellen Handball spielen können. In 90 von 120 Minuten waren wir die bessere Mannschaft. Wir brauchen aber noch mehr Stabilität. Ein bisschen mehr Ruhe in den entscheidenden Phasen ist wichtig. Die Stimmung im Team ist wirklich gut.

Woran hapert es noch?

Im letzten Test gegen die Isländer haben wir den Vorsprung zu schnell verspielt. Ein paar Pässe an den Kreis sind nicht angekommen, es gab einige Fehlwürfe. Eine Führung müssen wir noch besser verwalten. Es wird deshalb auch wichtig sein, dass die Automatismen noch besser funktionieren, auf die wir dann zurückgreifen können. Es war aber auch schon gegenüber dem ersten Vergleich ein Lerneffekt zu erkennen. In der Schlussphase haben wir es besser gemacht als am Vortag.

Wie schätzen Sie die Vorrundengruppe ein?

Zur Person

Patrick Groetzki , 33 Jahre alt, geboren in Pforzheim, ist der erfahrenste deutsche Handballer dieser Weltmeisterschaft in Polen und Schweden. Der Rechtsaußen vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen absolvierte bereits 158 Länderspiele. Groetzki startet mit seiner Mannschaft Team an diesem Freitag gegen Katar (18 Uhr/ZDF) in Kattowitz in die WM. (FR)

Schon ein bisschen knifflig. Bei Katar müssen wir schauen, was auf uns zukommt. Die Serben haben eine wirklich gute Mannschaft mit vielen Handballern, die bei Topklubs unter Vertrag stehen – wie Berlins Marsenic, Pesmalbek aus Veszprem, Ex-Bundesligaprofi Djordjic und den letztes Jahr noch bei Benfica spielenden Kukic. Das wird voraussichtlich das entscheidende Spiel, um hoffentlich verlustpunktfrei in die nächste Runde zu kommen.

Mit welchen Zielen starten Sie ins Turnier?

Wir müssen uns von Spiel zu Spiel steigern. Am besten wäre es, wenn wir es ohne Minuspunkte in die Hauptrunde schaffen. Da könnten wir dann voraussichtlich auf Teams wie Norwegen und die Niederlande treffen. Das Viertelfinale sollte schon unser Ziel sein.

Wie groß ist die Sehnsucht nach einem einigermaßen normalen Turnierverlauf?

Ich war zwar bei der letzten EM nicht dabei, bin aber für die WM vor zwei Jahren in Ägypten nachnominiert worden. Und das war schon eine ziemliche Blase, in der wir gelebt haben. Ich weiß noch, dass ich an meinem Anreisetag erst einmal drei, vier PCR-Tests machen musste. Ich hoffe jetzt einfach auf ein normales Turnier mit nicht so vielen Ausfällen bei uns und mehr Zuschauern auf den Tribünen.

Sie waren früher der Kabinen-DJ im deutschen Team. Dann übernahm Timo Kastening dieses Amt, der nun aber verletzt fehlt. Gibt es schon eine Lösung?

Zweimal hat die Aufgabe nun Simon Ernst übernommen. Sein Leipziger Kollege Luca Witzke hatte ihn vorgeschlagen. Ich fand es gut, wie es Simon gemacht hat (lacht). Luca selbst hatte aber Kopfhörer auf. Ich weiß jetzt nicht, was man davon halten soll.

Interview: Björn Mahr

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