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Mit dem Logo einschlafen - und nur mit dem Logo. So wäre es den Organisatoren wohl am liebsten.
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Mit dem Logo einschlafen – und nur mit dem Logo. So wäre es den Organisatoren wohl am liebsten.

Einwurf

Pappe ante portas in olympischen Betten

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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Voll recycelbar – und „stabil“ genug für Sex: Die nachhaltigen Papp-Betten im Olympischen Dorf haben die ersten Belastungsproben bestanden.

Wegen der Pandemie sind die Athletinnen und Athleten im Olympischen Dorf angehalten, „unnötige Formen von Körperkontakt zu vermeiden“, wie es von offizieller Seite heißt. Allerdings gibt es keine international gültige Definition, welcher Körperkontakt nötig ist und welcher nicht. In der einen Kultur gehört physische Nähe zum Standardprogramm des Daseins, Küsschen hier, Küsschen da. In der anderen ist sie so verpönt, dass der einzelne Mensch sich auch selbst nur dann berührt, wenn es wirklich gar keine andere Möglichkeit mehr gibt.

Wenn es stimmt, was man aus der Ferne mitbekommt, gehört die japanische Gesellschaft eher zur kontaktscheuen Seite. Zur Sexualität hat sie daher ein kompliziertes Verhältnis, laut Kondomherstellern ist Japan das Land, in dem die Menschen am wenigstens Sex haben. Eine wissenschaftliche Umfrage im Jahr 2019 ergab, dass nur etwa ein Drittel der Studierenden an Universitäten schon mal Geschlechtsverkehr hatten. Eine der Begründungen: Sex sei „viel zu umständlich“.

Anti-Sex-Maßnahmen?

Die offizielle Seite der Olympischen Spiele in Tokio hat also vielleicht gar nicht in Betracht gezogen, dass Menschen auf die Idee kommen könnten, Sex zu den nötigen Formen des Körperkontakts zu zählen. Doch das Olympische Dorf scheint ein lustvoller Ort zu sein, glaubt man, was die ehemalige Weitspringerin Susen Tiedtke neulich in der „Bild“-Zeitung erzählte: „Sex ist immer ein Thema im Dorf, und es gibt genug Leute, die das auch anstreben.“ Es gebe eine Party nach der anderen. Von den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro ist bekannt, dass die Dating-App Tinder Rekordzugriffe verzeichnete.

So haben viele Athletinnen und Athleten mit Bestürzung reagiert, als sie in Tokio in ihre Zimmer traten und Betten aus umweltfreundlicher Pappe vorfanden. Jawohl, Pappe. Schnell machte das Gerücht die Runde, wonach dies eine Maßnahme sei, um menschenübergreifenden Intimitäten vorzubeugen. Die offizielle Seite bestritt dies jedoch, und der irische Turner Rhys McClenaghan lud nun bei Twitter ein Video hoch (siehe Screenshot), in dem er mit wilden Sprüngen testete, ob sein Bett auch „plötzliche Bewegungen“ überstehe. Die Pappe hielt. Was Sex mit plötzlichen Bewegungen zu tun hat, ließ McClenaghan offen. Vielleicht auch besser so. Teile der Antwort könnten japanische Studierende schwer verunsichern.

Rhys McClenaghan beim Bettentest.

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