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Blick zurück im Zorn: Tennisprofi Sam Querrey (USA).
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Blick zurück im Zorn: Tennisprofi Sam Querrey (USA).

Tennisprofi Sam Querrey

Panik im Hotelzimmer

Die Geschichte einer spektakulären Flucht aus einer Luxusherberge in St. Petersburg. 20 000 Dollar Strafe wegen Verstoßes gegen Corona-Auflagen.

Diese Geschichte verortet man nach Hollywood. Nicht ins Profitennis. Doch Corona schafft, dass die Realität so manches Drehbuch frei Haus liefert. Wie die spektakuläre Flucht des Tennisspielers Sam Querrey, 33, im Oktober 2020 aus St. Petersburg.

Rückblick: Querrey will vor knapp drei Monaten beim ATP-Turnier in der russischen Metropole an den Start gehen, wird kurz vor seinem ersten Aufschlag allerdings positiv auf Covid-19 getestet. Genauso wie seine Frau Abby Dixon und ihr sieben Monate alte Sohn Ford. Die notwendige Quarantäne tritt die Familie im Spielerhotel „Four Seasons“ an. Nach zwei Tagen meldet sich der Turnierveranstalter. Sie seien in der Luxusherberge ab sofort unerwünscht. Zudem würden russische Amtsärzte sie umgehend untersuchen. Als die einheimischen Mediziner an die Tür klopfen, öffnet Querrey nicht. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion organisiert die Nummer 56 der Welt einen Privatflieger und flüchtet, aus Hotel, St. Petersburg und Russland. Wohin? Unbekannt.

Furcht vor Amtsärzten

Alle Social-Media-Kanäle von ihm und seiner Frau gehen offline. Anfang Dezember taucht der Sportler plötzlich in einem Instagram-Video aus seiner Heimat Malibu auf. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Darüber hat der St. Petersburg-Flüchtling nun das erste Mal gesprochen.

„Hätten wir bei der Untersuchung der Amtsärzte Symptome gezeigt, wären wir sofort in ein russisches Krankenhaus verlegt worden“, erzählte der 33-Jährige „Sports Illustrated“. Söhnchen Ford habe in den Nächten gezahnt und Fieber bekommen. Er und seine Frau befürchteten, dass dies als Corona-Symptom interpretiert würde, man es durch die Sprachbarriere nicht erklären könne und Ford von den Eltern getrennt wird. Das Paar bekam Panik. „Also haben wir beschlossen, einen Privatjet zu mieten und zu verschwinden“, so Querrey.

Während des Flugs nach London hätten er und seine Frau medizinische Masken getragen, sie nicht zum Trinken oder Essen abgenommen. Nach der Landung seien sie direkt in ihr gebuchtes Airbnb und hätten sich zwei Wochen dort verschanzt. „Ich habe als Vater und Ehemann das getan, was sich richtig angefühlt hat. Ich wollte meine Familie dort nicht für mindestens zwei Wochen in ein Krankenhaus gehen lassen“, rechtfertigt der Amerikaner die Aktion. Der Flug habe 40 000 US-Dollar gekostet. Dazu die zwei Wochen Miete für das Airbnb. Querrey weiter: „Aus meiner Sicht haben wir niemanden gefährdet, wir hatten unsere Masken auf, sind unter uns geblieben. Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, um das Risiko für andere zu minimieren. Und ehrlich gesagt denke ich, dass wir das sehr gut gemacht haben.“

Als Strafe verordnete die ATP den Zwei-Meter-Hünen zu 20 000 Dollar Geldstrafe. Eine sehr milde Strafe. Sie ist sogar nur zur Bewährung ausgesetzt. Nur bei erneuten Fehltritten in den nächsten sechs Monaten tritt sie in Kraft. Im Oktober war dagegen von einer mehrjährigen Sperre und Karriereende die Rede.

Dieser Blockbuster liefert das Happyend für den Hauptdarsteller gleich mit.

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