Der Krösus bleibt Krösus.
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Der Krösus bleibt Krösus.

Bundesligarechte für 1,1 Milliarden Euro verkauft

Ein paar Happen weniger

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Fans bekommen Live-Bundesligafußball weiter bei Sky und Dazn zu sehen, auch ARD und ZDF bleiben dabei, Sat.1 kommt zurück - und die Klubs kämpfen um die Kuchenstücke.

Als dann klar war, dass von der übernächsten Bundesligasaison an 1,1 Milliarden Euro pro Saison und damit rund zehn Prozent weniger Geld vom Fernsehen kommt, hat es erste Stimmen dazu gegeben, wie der Kuchen am besten gegessen wird. Die kleineren Klubs, argumentierte der Finanzchef von Mainz 05, Jan Lehmann, seien vom Rückgang härter betroffen, weil sie „mehr abhängig von den Medienerlösen sind“. Ergo sollte „über die fairere Verteilung diskutiert“ werden. Will heißen: Ein paar Stücke weniger für die Großen, ein paar Happen mehr für die Kleinen.

Am Montagnachmittag hatte die Deutsche Fußball-Liga die Ergebnisse der Auktion vorgestellt. Was für die Fernsehzuschauer wichtig ist: Es bleibt von 2021 bis 2025 bei der ARD-Sportschau und beim ZDF-Sportstudio. Auch Sport1 kann weiter den Stammtisch „Doppelpass“ mit Szenen vom Vortag zeigen. Sky überträgt im Bezahlfernsehen dagegen nur noch kommende Saison die Sonntagsspiele. Danach übernimmt Streaming-Anbieter Dazn die Live-Übertragung der ersten Liga am Sonntag, dazu die Spiele Freitagabend. Sky behält den Bundesliga-Samstag und die komplette zweite Liga. Deren neues Samstagabendspiel um 20.30 Uhr wird parallel zu Sky auch noch im Free-TV bei Sport 1 gezeigt.

Wer bisher noch fand, mit 25 Euro monatlich bei Sky ausreichend Erstliga-Livefußball erleben zu können, wird kaum umhin kommen, von 2021 an ein derzeit elf Euro teures Dazn-Abo dazu zu bestellen. Zumal Dazn dann auch die Champions League noch umfangreicher streamen wird, Sky ist nur noch eine weitere Saison Platzhirsch in der Königsklasse.

All diejenigen, die bis auf die GEZ-Gebühren nichts für Fußball-Bundesliga zu zahlen bereit sind, können immerhin neun Spiele live bei Sat.1 gucken (siehe Infobox). Amazon und die Telekom, die zuvor als mögliche Preistreiber hochgehandelt gewesen waren, hielten sich offenbar zurück und bleiben außen vor.

Am Montagabend jubelten diejenigen, die zum Zug gekommen waren, kollektiv. Sky mit dem kühnen Slogan „Das Herz der Bundesliga schlägt bis 2025 nur bei Sky“. Dazn ließ wissen, es sei „ein Meilenstein auf dem Weg, die neue Nummer eins zu werden“, Sport 1 sprach von einem „großen Tag für Sport 1“, die ARD freute sich über weitere Jahre mit der Sportschau als „programmlichen Leuchtturm“, das ZDF darüber, die „erste Adresse für alle Sportfans am späteren Samstagabend“ zu bleiben. Sat1 geriet geradezu aus dem Häuschen: „Ja ist denn heut schon Weihnachten?“

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