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Weitsicht: Christian Seifert, DFL-Boss.
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Weitsicht: Christian Seifert, DFL-Boss.

Kommentar

Ostern und Profifußball

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Das erweiterte Hygienekonzept der DFL ist konstruktiv und gut. Ein Kommentar.

Der eingesprungene Rückwärtssalto der Kanzlerin hat im deutschen Profifußball für mehr Erleichterung gesorgt als bei den Amateuren. Dort weitet sich die Unbespielbarkeit der Plätze für Spieler ab 15 Jahren wegen Corona weit in den April hinein aus, was der DFB falsch und Virologen richtig finden.

Der Verband hat Studien beigeschafft, die eine Ansteckungsgefahr auf dem Platz unter freiem Himmel nahezu ausschließen. Wahr könnte aber auch sein, dass Kollateralschäden leider nicht ausgeklammert werden können, auch, weil Fußballspieler für ihren Hang zu „dritten Halbzeit“ bekannt sind. Wie groß ist die Disziplin in der Wiedersehensfreude nach einer derart langen Zeit des Darbens? Niemand kann das seriös vorhersagen. So lange jenen für das Virus besonders anfälligen Menschen nicht flächendeckend Impfschutz geboten ist, dürfte eine Strategie der Sorgfalt, Rücksichtnahme auf Schwächere und somit des weiteren Verzichts auf Mannschaftssport zwar schmerzhaft, aber doch geboten sein. Es sei denn, Vereine schaffen es, durch Testungen Gefahren weiter zu minimieren.

Genau das hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) jetzt neu ins Hygienekonzept geschrieben, Für die Profiklubs ist ein täglicher Test eines jeden Teammitglieds und des Betreuerstabs natürlich viel einfacher zu handhaben und zu finanzieren, als das an der Basis möglich ist, wo es weder Geld noch Infrastruktur dafür gibt. Das mag frustrierend für die kleinen Vereine sein, Neiddebatten helfen deshalb aber nicht weiter.

Der DFL ist klar, dass der gesellschaftliche Druck auf die Bundesliga mit der Höhe der Inzidenz und dem Frust der Bevölkerung steigt. Und die Liga weiß auch, dass Politiker:innen, die in ihrer heillosen Überforderung gerade auch mal komplett den Kopf verlieren, geneigt sein könnten, dem Profifußball den Saft abzudrehen. Der hat es mit irrsinnigen Reisen durch ganz Europa ja auch mehrfach ignorant auf die Spitze getrieben. Der Beifall vieler Menschen in einer von tiefen Gräben durchzogenen Gesellschaft wäre der Politik gewiss, würde sie einen Profifußball-Lockdown aussprechen.

Deshalb ist es klug, dass DFL-Boss Christian Seifert und der leitende Mediziner Tim Meyer gemeinsam mit dem Liga-Präsidium nicht nur tägliche Tests, sondern auch ein knapp zweiwöchiges Quarantäne-Trainingslager vorschlagen. Das schützt die Spieler, von denen einige schwere Verläufe der Krankheit erlebten, das schützt aber auch die Gesellschaft. Denn die These, dass vom Profifußball keine Auswirkungen auf das bundesweite Infektionsgeschehen erkennbar sind, ist mindestens kühn. Natürlich ist die Kabinensituation besonders dankbar für das Virus, erst recht jetzt, da es eine mutierte, aggressivere Form angenommen hat. Schon vorher waren die Fallzahlen (auch aufgrund enger Testreihen) höher als in der Bevölkerung, und: In der Liga wird man besser wissen als in der Öffentlichkeit, wo Hygienemaßnahmen in Klubs nicht annähernd so eingehalten wurde wie vorgegeben.

Einige Kommentatoren haben zuletzt eine Fußballpause über Ostern als Zeichen der Solidarität vorgeschlagen. So gut diese freiwillige Symbolik vielleicht ankommen würde - solidarischer ist es, Infektionsgeschehen zu minimieren. Der Ansatz der DFL ist deshalb konstruktiv und gut.

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