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Im Zeichen der Ringe: Dürfen nur Japaner:innen zuschauen?
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Im Zeichen der Ringe: Dürfen nur Japaner:innen zuschauen?

Wer darf auf die Tribüne?

Olympische Spiele in Tokio: Besucher (noch) nicht willkommen

  • VonFelix Lill
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Der steinige Weg nach Tokio, Teil 2: Wird es im Sommer Publikum bei Olympia geben?

Irgendwann vergangenes Jahr im Sommer kamen die Olympiaorganisatoren von Tokio mit einer Nachricht um die Ecke, die sie offenbar für erwähnenswert positiv hielten: Wer seine Tickets für die um ein Jahr verlegten Spiele nicht mehr nutzen kann, erhält sein Geld zurück. Denn es könnte ja sein, dass sich ein Fan mühevoll Urlaubstage für den Sommer 2020 freigeschaufelt hatte, dies aber für die neu terminierten Daten ein Jahr später nicht erneut tun kann.

810 000 Tickets gehen zurück

In einem schmalen Zeitraum von 20 Tagen gegen Ende des vergangenen Jahres durften sich Ticketbesitzer dann melden. Und in der Tat: Von 4,45 Millionen verkauften Tickets wurden 810 000 zurückgegeben, also knapp ein Fünftel. Wenn man überlegt, dass noch im Sommer 2019 die Nachfrage mehr als doppelt so hoch war wie die Zahl verfügbarer Tickets, ist dies ein beeindruckend hoher Anteil.

Eine große Party

Man weiß allerdings nicht, ob die vielen Ticketrückgaben vor allem mit Terminproblemen zu tun hatten, mit neuentstandenen Berührungsängsten in Pandemiezeiten oder mit der so stark gesunkenen Beliebtheit „Tokyo 2020.“ Jeder einzelne dieser Gründe dafür wäre wohl plausibel. Doch keiner von ihnen sollte die Organisatoren von ihrem Plan entmutigen, aus „Tokyo 2020“ eine große Party zu machen nach dem offiziellen Slogan: „Unity in Diversity – Einheit in Vielfalt“.

So gab das Organisationskomitee direkt nach Ende dieses Rückabwicklungsprozesses im Dezember bekannt, alle zurückgegebenen Tickets erneut verkaufen zu wollen. Immerhin hatte der bis zu seinem Rücktritt im Sommer noch als Premierminister regierende Shinzo Abe wiederholt betont, Olympische Spiele ohne Zuschauer gebe es mit ihm nicht. Zu viel Geld ginge verloren - und zu viel Feierlichkeit.

Die Frage aller Fragen

Mittlerweile aber sind wieder ein paar Monate ins Land gezogen, ohne dass sich die globale Pandemielage verbessert hätte. Und Shinzo Abe – der nicht zuletzt wegen seiner verspäteten Reaktion auf das Coronavirus seine Popularität verspielte – ist jetzt nur noch Ex-Premier. Unter dessen Nachfolger Yoshihide Suga ist nun auch die Zuschauer:innenfrage verhandelbar geworden. Die nun ständig gestellte Frage: Können wir wirklich Zuschauer:innen in die Stadien lassen, selbst wenn so viele der Spielstätten eigens hierfür gebaut wurden?

Keine Atmosphäre, keine Einnahmen

Für Olympische Spiele in diesem Sommer gibt es wohl drei Optionen. Die erste, und im Interesse einer großen Olympiaparty wohl die insgeheim bevorzugte, wäre die Kopplung der Gültigkeit eines Tickets an eine Coronaim-pfung. Allerdings würden hierdurch solche Personen diskriminiert, die aus welchen Gründen auch immer noch nicht geimpft sind. Das könnte das Alter sein oder das Land, in dem die Person lebt. Die zweite und von den Organisatoren sicherlich nicht bevorzugte Option wären Olympische Spiele ganz ohne Zuschauer:innen. Hier gingen Atmosphäre und Ticketeinnahmen völlig verloren.

Ein Reflex auf neue Probleme

Seit voriger Woche wird eine dritte Option diskutiert: nur Zuschauer:innen, die in Japan leben, dürfen in die Stadien. Wie viel sicherer diese Option im Vergleich zur ersten wäre, hinge von einigen weiteren Fragen ab. Zugleich scheint sie keineswegs unwahrscheinlich. Das Ausschließen von Menschen aus dem Ausland ist in Japan immer wieder ein Reflex auf neue Probleme. Das ist auch in der Pandemie wieder deutlich geworden, als in Japan lebende Ausländer:innen nach einer Ausreise monatelang nicht mehr ins Land kamen.

Der Slogan „Unity in Diversity“ wird in den nächsten Monaten womöglich nicht mehr so oft zu hören sein. Immerhin: Wenn es so kommt, dass Ausländer:innen wieder draußen bleiben müssen, bekommen sie vermutlich ihr Geld zurück.

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