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Außenministerin Annalena Baerbock wird nicht zu Olympia nach Peking reisen.
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Außenministerin Annalena Baerbock wird nicht zu Olympia nach Peking reisen.

Kommentar

Olympia in China, Fußball-WM in Katar: Augen-zu-und-durch-Prinzip

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Die beiden größten globalen Sportverbände Fifa und IOC schleppen einen schweren Rucksack ins neue Jahr. Ein Kommentar.

Der Einzige, der sich aus Gründen der hohen Diplomatie auch bei mehrmaliger Nachfrage noch verbal versteckt, ist der Bundeskanzler. Olaf Scholz (SPD) braucht erst die europäische Abstimmung, ehe er einem Besuch im Februar in Peking eine Absage erteilt. Solange gilt sein Satz: „Alle Maßnahmen, die man ergreift, müssen sorgfältig abgewogen werden.“

Annalena Baerbock und Nancy Faeser haben sich entschieden

Die neue Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und die auch für den Sport zuständige neue Innenministerin Nancy Faeser (SPD) haben, ebenso wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, bereits für sich eben diese Sorgfalt walten lassen. Sie werden Olympia auf chinesischem Boden nicht beiwohnen. Das ist gleichermaßen eine Botschaft an den Ausrichter China und an den Veranstalter, das Internationale Olympische Komitee (IOC). Dem wirft der grüne Außenexperte Reinhard Bütikofer zurecht vor, sich im Zuge der seit Monaten nicht mehr unabhängig öffentlich aufgetretenen chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai an einer „Verschweige- und Vertuschungskampagne beteiligt“ zu haben.

Klare Kante aus dem Hause Thomas Bach wäre eine echte Überraschung gewesen, ach was: eine Sensation. Man will die chinesische Regierung so kurz vor den Winterspielen nicht vergrätzen, schließlich befindet man sich in einer Partnerschaft, die fette Erlöse verspricht.

Fifa und IOC mit schwerem Rucksack

Auch der Weltfußballverband Fifa hat gesteigertes Interesse daran, dass die WM in Katar als Hochglanzprodukt verkauft wird. Hier wie dort gilt für IOC und Fifa die Augen-zu-und-durch-Strategie: Systematische Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutung von Wanderarbeitern, Unterdrückung von Minderheiten, freier Meinung und Medien sollen maximal minimiert wahrgenommen und dann fix vergessen werden.

Die beiden größten globalen Sportverbände schleppen einen schweren Rucksack ins neue Jahr. Die hiesige Politik tut gut daran, noch ein paar Wackersteine obendrauf zu packen.

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