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Olympia wieder in Deutschland? Dahinter verbirgt sich eine Chance

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Von: Jan Christian Müller

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Vielleicht wird es ja noch mal was mit Spielen in Deutschland.
Vielleicht wird es ja noch mal was mit Spielen in Deutschland. © Christoph Soeder/dpa

Vielleicht wird die Bevölkerung, die die geplanten Spiele in München 2022 und Hamburg 2024 noch ablehnte, ein gut durchdachtes Konzept unterstützen. Der Kommentar.

Frankfurt - Der Deutsche Olympische Sportbund mit dem neuen Präsidenten Thomas Weikert an der Spitze hat nach zunehmende bleierneren Jahren unter Vorgänger Alfons Hörmann die Fenster geöffnet und frische Luft reingelassen. Der kantige Bayer Hörmann hatte am Ende nicht mehr viele Freunde, nicht im Verband, nicht in der Politik und erst recht nicht im IOC unter dessen mächtigem Boss Thomas Bach. Die deutsch-deutschen Beziehungen Hörmann/Bach waren irgendwann auf dem Gefrierpunkt angelangt. Der leisere Weikert wärmt sie gerade wieder auf.

Olympia in Deutschland?

Im Falle eines zum Glück verhinderten „Weiter so“ mit Hörmann wären die Voraussetzungen denkbar mies gewesen, um sich nach seither sieben teils desaströs gescheiterten deutschen Olympiabewerbungen mit frischer Kraft einer neuen Kampagne zu widmen. Jetzt stehen die Chancen besser. Nicht nur, weil im Führungsteam von Weikert fähige Frauen wie die zwölffache Paralympics-Siegerin Vera Bentele, die sechsmalige Bahnrad- Weltmeisterin Miriam Welte, die Kinderärztin und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderturn-Stiftung, Kerstin Holze, und nun auch noch die langjährige Generalsekretärin des Deutschen Turnerbundes, Michaela Röhrbein, mitmachen. Praktikerinnen, die wissen, wovon sie reden.

Olympia: Deutsche Bevölkerung lehnte Spiele 2022 und 2024 ab

Sondern auch deshalb, weil die heimische Bevölkerung, die die geplanten Spiele in München 2022 und Hamburg 2024 noch ablehnte, ein gut durchdachtes Konzept nun möglicherweise unterstützen könnte. Denn der Gigantismus und die Politisierung der Spiele von Peking 2022 haben den Blick geweitet für Olympia der Leichtigkeit und Begegnung. Und ja, auch der Nachhaltigkeit.

Wettkampfstätten für Winterspiele in Bayern, möglicherweise mit einem Co-Gastgeber Österreich, sind ausreichend vorhanden. Es braucht keine neuen Protzbauten aus Stahl und Beton und vierspurige Straßen in die Berge hinein, vor denen die Menschen sich fürchten. Sondern ein bescheidenes Konzept. Alternativ wäre 100 Jahre nach den von den Nazis zur Propaganda missbrauchten Spielen von 1936 und 50 Jahre nach den furchtbaren Anschlägen der Sommerspiele von München 1972 auch eine Bewerbung für den Sommer 2036 denkbar. Aber nur nach sehr, sehr guter Vorbereitung von Sport, Politik und Wirtschaft. (Jan Christian Müller)

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