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Gewichtheben bei den Olympischen Spielen in Tokio: Laurel Hubbard aus Neuseeland.
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Gewichtheben bei den Olympischen Spielen in Tokio: Laurel Hubbard aus Neuseeland.

IOC legt Dokument vor

Olympia: Neue Regeln für Transgender-Athlet:innen beschlossen

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
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Die neuen Leitlinien des IOC verlagern den Fokus weg vom individuellen Testosteronspiegel.

Lausanne - Um den Sport dabei zu unterstützen, Zulassungsregeln für Transgender-Athlet:innen zu erstellen, veröffentlichte das IOC am Dienstag (16.11.2021) eine Richtlinie, die den Fokus weg von den individuellen Testosteronspiegeln verlagert und Nachweise fordert, wann ein Leistungsvorteil besteht. Das berichtet das Onlineportal Huffpost.

Kein:e Athlet:in sollte aufgrund eines „unverifizierten, angeblichen oder wahrgenommenen unfairen Wettbewerbsvorteils aufgrund von Geschlechtsunterschieden, des körperlichen Erscheinungsbildes und/oder Transgender-Status“ vom Wettbewerb ausgeschlossen werden, so das Internationale Olympische Komitee.

IOC: Ausführliche Beratung mit Medizin- und Menschenrechtsfachleuten

Das sechsseitige Dokument folgt jahrelangen Konsultationen mit Medizin- und Menschenrechtsfachleuten und seit 2019 direkt betroffenen Sportler:innen, um Leitlinien zur Förderung von Fairness und Inklusion zu entwerfen, so Huffpost.

Das Dokument wurde nach den Olympischen Spielen in Tokio veröffentlicht, wo die erste offen trans Athletin, die Gewichtheberin Laurel Hubbard, bei den Spielen antrat und somit Geschichte schrieb. Die amtierende 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya wurde wegen natürlich hohen Testosteronwerten von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Olympia 2022: Regelungen aus dem Jahr 2015 aktualisiert

Die neue Richtlinie aktualisiert eine Regelung aus dem Jahr 2015, die eine Grenze für den zulässigen Testosteronspiegel von Sportler:innen festlegte, was zu Behandlungen und Verfahren führte, die jetzt als „medizinisch unnötig“ gelten. „Die Auswahlkriterien haben manchmal zu schweren Schäden geführt“, räumte das IOC laut Huffpost in einem Briefing zu den Richtlinien ein. Sie weisen auch darauf hin, „invasive medizinische Untersuchungen“ zu vermeiden.

Schadensverhütung gehört zu den zehn Grundsätzen, die Sportfunktionären bei der künftigen Entscheidungsfindung leiten sollen. Andere umfassen Nichtdiskriminierung, Fairness, evidenzbasierte Entscheidungen und den Schutz der Privatsphäre von Sportler:innen.

IOC hat Erwartungen an die Leitungsgremien der Sportarten

Das IOC-Dokument ist nicht rechtsverbindlich, hat aber klar formuliert, was es nun von den für die Regulierung ihres eigenen Sports zuständigen Leitungsgremien erwartet. So wird immer noch erwartet, dass einige Athlet:innen für einige Sportarten nicht zugelassen sind, wobei die Sicherheit als spezifisches Problem für Kampf- und Kontaktsportarten erwähnt wird.

„Sportler sollten an Wettkämpfen teilnehmen dürfen, aber unfaire Vorteile müssen reguliert werden“, sagte das IOC, das dazu beitragen will, die Erforschung der Spitzenleistung von Transgender- und Intersexuellen-Athlet:innen zu finanzieren.

Ein Ziel für nächsten März, also nach dem Ende von Olympia 2022 in Peking, der Hauptstadt der Volksrepublik China, ist es, ein Programm von Online-Workshops mit Sportverbänden und Athletenvertretungen zu starten.

„Wir haben die Lösung für diese große Frage nicht gefunden“, sagte IOC-Sprecher Christian Klaue laut Huffpost. „Das ist ganz klar ein Thema, das uns noch lange begleiten wird.“ (Sonja Thomaser)

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