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Olympia 2022 in Peking: Boykott der USA wird zu einem Donnerhall

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der von den USA angekündigte diplomatische Boykott der Olympischen Winterspiele ist ein Statement - und es ist richtig, den Kern der Veranstaltung nicht zu torpedieren.

Frankfurt am Main - Es ist ein Statement: Dass die USA sich zum diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 entschlossen haben – also keine offiziellen Vertreter nach Peking entsenden – kommt einem Donnerhall gleich, der weit über die Sportpolitik hinweg reicht. Vorweg: Es ist ein richtiger Schritt, der auf die nicht zu leugnenden Menschenrechtsverletzungen im Reich der Mitte zielt. Es zeugt von Weitsicht, den Kern der Veranstaltung Olympia 2022 aber nicht zu torpedieren. Denn dann müssten in aller Konsequenz auch alle Wirtschaftsverbindungen nach China gekappt werden. Welche Industrienation kann sich das heutzutage leisten?

Boykott der Spiele von Moskau und Los Angeles: Kein Nutzen

Es ist schlicht nicht zu Ende gedacht, wenn die designierte Außenministerin Annalena Baerbock einen Gesamtboykott ins Spiel bringt. Gut daher, wie deutlich der neue DOSB-Präsident Thomas Weikert der auf diesem Parkett noch unerfahrenen Grünen-Politikerin widersprochen hat. Wer sich die Folgen der erst vom Westen boykottierten Sommerspiele 1980 in Moskau, dann die von der Gegenseite ausgelassene Veranstaltung vier Jahre später in Los Angeles in Erinnerung ruft, stellt fest: Der politische Nutzen war letztlich gleich null.

Olympia in China steht unter keinem guten Stern.

Leidtragende sind in erster Linie die Sportler. Bob- und Skeletonfahrer, Eisschnell- und Langläufer, Biathleten und Snowboarder verdienen allesamt keine Reichtümer, auch wenn sie in den Winterwochen auf der Mattscheibe omnipräsent sind. Sie haben im Februar 2022 Wettkämpfe in bester Besetzung verdient. Was ja nicht heißt, die Augen vor den Missständen zu verschließen. Der Spitzensport hat sich die Probleme im Übrigen selbst eingebrockt: Angeprangert gehören diejenigen, die keine Skrupel kennen - mitunter gar gegen Zuwendungen aller Art -, Ausrichterstädte oder -länder zu benennen, in denen Menschenrechte massiv missachtet werden.

Fußball-WM 2022 in Katar: Ein groteskes Event

Die Fußball-WM 2022 in Katar ist natürlich das erschreckendste Beispiel in diesem Kontext. Die Hauptschuldigen dieses grotesken Events sind jene Exekutivmitglieder im Weltverband Fifa, die 2010 ohne schlechtes Gewissen fürs Wüsten-Turnier stimmten.

Mag die Pflege des moralischen Gewissens in seiner eigenen Blase in Deutschland gerade Hochkonjunktur haben: Besser ist es auch bei der umstrittenen WM in Katar, sich vor Ort ein Bild zu machen, ins Gespräch zu kommen – und im Austausch mit den Menschen etwas zu erreichen. Fans sind da übrigens oft bessere und wirkungsvollere Diplomaten als Fußballer und Funktionäre. (Frank Hellmann)

Rubriklistenbild: © NOEL CELIS/AFP

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