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Thomas Bach legt in Hiroshima einen Kranz ab
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Thomas Bach legt einen Kranz in Hiroshima ab und sorgt damit für Unmut.

Japan

Olympia 2021: Thomas Bach gedenkt der Toten von Hiroshima – und sorgt damit für Unmut

  • VonPia Ewald
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Vor der offiziellen Eröffnung der Olympischen Spiele 2021 legt Thomas Bach in Hiroshima einen Kranz ab und gedenkt der Opfer der Atomangriffe. Nicht alle finden das angemessen.

Tokio - Die Beliebtheit des Thomas Bach hält sich bei den Einheimischen in Tokio in Grenzen. Er ist der Kopf des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der Organisation, welche trotz angespannter Corona-Lage und Notstand in Tokio an der Durchführung von Olympia 2021 festhält. Gegen den Willen vieler Japaner. Die Spiele werden am 23. Juli eröffnet.

Jetzt hat der Präsident des IOC vor den Olympischen Spielen der Stadt Hiroshima einen umstrittenen Besuch abgestattet. Am ersten Tag des Olympischen Friedens legte Bach am Freitag an der Gedenkstätte im Friedenspark einen Kranz nieder und hielt eine Schweigeminute. Hiroshima war zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 von einer amerikanischen Atombombe zerstört worden.

Olympia 2021: Bach verteidigt seinen Besuch in Hiroshima

Eine Bürgergruppe hatte Bach vorgeworfen, Hiroshimas Rolle als Botschafter des Weltfriedens zu missbrauchen und die Regierung zur Absage des Besuchs aufgefordert. Eine Online-Petition gegen Bachs Besuch wurde bis Freitag von mehr als 70.000 Menschen unterzeichnet. Dass die Spiele trotz der Pandemie abgehalten würden, sei eine „Missachtung der Gesundheit und des Lebens der Menschen und zeigt, dass die Spiele kein „Fest des Friedens“ sind“, heißt es darin.

Bach hatte seine umstrittene Visite in Hiroshima dagegen verteidigt. „Wir haben nichts mit Politik zu tun, wir werden diesen Besuch nicht politisieren“, versicherte der 67-jährige Deutsche. Er wolle mit seinem Besuch den ersten Tag des Olympischen Friedens würdigen und knüpfe an eine 3000 Jahre alte Tradition an, sagte Bach. Ziel dieser war es ursprünglich, eine sichere Durchführung der Wettkämpfe sicherzustellen. Mittlerweile legt das Gastgeberland eine entsprechende Resolution vor, während der olympischen Spiele auf kriegerische Auseinandersetzungen und Kämpfe zu verzichten. Einwandfrei funktioniert das schon lange nicht mehr.

Laut The Japan Times sieht die Regierung Hiroshimas die Aktion positiver. Der Bürgermeister Kazumi Matsui sagte demnach, es sei eine gute Möglichkeit, Hiroshimas Wunsch nach dauerhaftem Weltfrieden in der Sportwelt zu verbreiten. Die Bevölkerung vermute jedoch, dass Bach solche Auftritte mit einem bestimmten Ziel durchführe: Sie würden ihn näher an einen Friedens-Nobelpreis bringen.

Olympia 2021: IOC-Abordnung auch in Nagasaki

Im Friedenspark stand auch ein Besuch im Museum, das die Auswirkungen des Atomwaffeneinsatzes dokumentiert, auf dem Programm. Begleitet wurde der IOC-Chef von Japans Organisationschefin Seiko Hashimoto. Zeitgleich wollte der Chef der Koordinierungskommission des IOC, John Coates, nach Nagasaki im Süden Japans reisen und das dortige Atombombenmuseum und die Friedens-Gedächtnishalle besuchen.

Von den damals 350.000 Bewohnern Hiroshimas waren beim Abwurf der amerikanischen Atombombe am 6. August 1945 auf einen Schlag schätzungsweise mehr als 70 000 Menschen ums Leben gekommen; bis Ende Dezember 1945 lag die Zahl schon bei 140 000. Drei Tage nach Hiroshima zündeten die USA eine zweite Atombombe über Nagasaki im Süden. Bis zum Dezember 1945 starben dort weitere 70 000 Menschen. Kurz danach kapitulierte das japanische Kaiserreich. Hiroshima ist heute eine Großstadt und weltweites Symbol für Krieg - und Frieden. (Pia Ewald mit dpa)

In Deutschland führte vor kurzem die Nominierung eines Basketballers zu Diskussionen.

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