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Dortmunds Trainer Edin Terzic hält den Pokal in den Händen. dpa
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Dortmunds Trainer Edin Terzic hält den Pokal in den Händen. dpa

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Nur die Kirsche

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Edin Terzic gewinnt als Newcomer mit Borussia Dortmund gleich seinen ersten Titel. Für den jungen Trainer wird jetzt aber die Champions-League-Qualifikation zum Gesellenstück.

Es passiert nicht so häufig, dass der ausgewiesene Taktikfuchs Julian Nagelsmann wirklich ein Spiel, sollen wir sagen: vercoacht? Noch dazu ein Pokalfinale? Dass der hochgelobte Fußballlehrer, bald geweiht mit bayrischem Wasser, von einem unbeleckten Newcomer, bisher eher Co- als Cheftrainer, ausgeguckt, ja abgekocht wurde? Am Vatertag in Berlin war das zu bestaunen, zumindest in der ersten Halbzeit war Nagelsmann seinen abgeschmierten Rasenballern mit der ausgegebenen, selten genutzten Taktik mit zwei Spitzen keine große Hilfe. Als der 33-Jährige seinen Fehler korrigierte, war es zu spät, nach 45 Minuten war dieses Endspiel entschieden, Borussia Dortmund führte 3:0, oder zugespitzt: Edin Terzic führte 3:0?

Hinterher ist viel Lorbeer auf den Deutsch-Kroaten eingeprasselt, von einem Trainerjuwel war die Rede, von einem, der es packen könnte in die erste Reihe, allemal als Co verschenkt. Der Sauerländer habe eine „halbtote Mannschaft zum Leben erweckt“, übertrieb BVB-Boss Watzke wie gewohnt, Mitte Dezember hatte Assistent Terzic, zuvor in gleicher Position bei Besiktas Istanbul und West Ham tätig, den farblosen Kopfmenschen Lucien Favre abgelöst. Auf Platz fünf rangierte da der BVB, sechs Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Steil nach oben ging es mit dem 38-Jährigen, der sich anfangs zu sehr Jürgen Klopp als Vorbild genommen hatte, keineswegs, in den nächsten zehn Spielen nach Favre holte der BVB 14 Punkte, rutschte auf Platz sieben. Derselbe Watzke, der jetzt überschwänglich die Riesenleistung des zweifachen Familienvaters lobt, hatte im Februar Marco Rose aus Gladbach weggeholt. So groß war das Vertrauen in Terzic offenbar nicht.

Spätestens nach dem 1:2 gegen den unmittelbaren Konkurrenten um die Champions League, Eintracht Frankfurt, aber hatte sich Terzic, unverbraucht, hungrig, emotionsgeladen, freigeschwommen. Der BVB gewann fünf Mal in Folge, holte auf, ein Punkt beträgt mittlerweile der Vorsprung auf die Hessen. Aber die Tabellenführung ist mittlerweile 16 Zähler entfernt. Ob die Zeit tatsächlich schon reif ist für einen Trainer Edin Teric in vorderster Reihe, ist ungewiss. Der Absolvent der Ruhr-Universität hat binnen weniger Monate in der Fachwelt ein beachtliches Standing erlangt, er weckt Begehrlichkeiten, Leverkusen, Frankfurt suchen Trainer. So schnell geht das in diesem überdrehten Geschäft.

Dabei steht für den Dortmunder durch und durch die schwerste Prüfung noch bevor. Er muss, nicht weniger, in den ausstehenden zwei Spielen die Saison retten. Der Pokalsieg, gut und schön, ist bestenfalls die Kirsche auf der Torte. Die Torte ist die Champions League. Darum geht es, das ist der Maßstab, das ist das Ziel. Sie nicht zu erreichen, wäre für Borussia Dortmund ein schwerer Schlag ins Kontor. Edin Terzic weiß das. Es ist seine Gesellenprüfung.

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