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Novak Djokovic sorgte bei seiner verwehrten Einreise nach Australien für Wirbel.
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Novak Djokovic sorgte bei seiner verwehrten Einreise nach Australien für Wirbel.

US-Sport, Wintersport, Fußball

Impfskeptiker im Profisport: Djokovic, Kimmich und Co. polarisieren weltweit

  • Antonio José Riether
    VonAntonio José Riether
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Die aktuelle Diskussion um Tennisstar Novak Djokovic zeigt, dass besonders Leistungssportler beim Thema Schutzimpfung polarisieren. Der „Djoker“ ist nicht der einzige Impfskeptiker im Profisport.

Seit Beginn der Woche sorgt Tennis-Weltranglistenerster Novak Djokovic für Schlagzeilen. Der offenbar ungeimpfte Serbe versuchte mit einer Ausnahmegenehmigung die geltenden Einreisebestimmungen Australiens zu umgehen, um an den Australian Open teilzunehmen. Am Flughafen von Melbourne wurde ihm jedoch sein Visum entzogen, nun kämpft der 34-Jährige mit juristischen Mitteln gegen seine Ausweisung. Der Fall löste eine große Kontroverse aus, schon zuvor hatten privilegierte Profisportler verschiedener Disziplinen öffentlich Zweifel an der Impfung geäußert.

Novak Djokovic: Dass sich Djokovic in der Corona-Thematik gegen die Erkenntnisse der Wissenschaft stellt, verwundert angesichts seiner Vergangenheit nicht. So wetterte er Anfang November gegenüber serbischen Medien gegen Zeitungen und Fernsehnachrichten. „Es wird Propaganda verbreitet, die den Eliten oder einer bestimmten Gruppe von Menschen passt“, meinte der 20-malige Grand-Slam-Sieger. Besondere Kritik brachte ihm die Verwendung des Wortes „Elite“ ein, die auch im Sprachgebrauch der QAnon-Bewegung häufig benutzt wird.

Impfskeptiker im Leistungssport: Novak Djokovics fragwürdige Vorgeschichte

Djokovic fiel bereits mit Aussagen auf, die in der Esoterik-Ecke zu verorten sind. So ist er etwa der Überzeugung, dass sich der „Körper selbst heilt“, medizinische Eingriffe lehnt er ab. Zudem sorgte er mit der Behauptung, dass Wasser auf menschliche Emotionen reagiere und somit vergiftetes Wasser in brauchbares umgewandelt werden könne, für Kopfschütteln.

Doch auch in anderen Bereichen des Lebens scheint sich der Athlet von der Mehrheit abgrenzen zu wollen. Djokovic ließ sich etwa mit nationalistischen Extremisten aus seinem Heimatland ablichten. So wurde er im Herbst mit Milan Jolovic, einem ehemaligen Kommandanten, der unter anderem am Völkermord an Bosnier:innen in Srebrenica beteiligt war, beim Kaffeetrinken gesehen. Auch dem bosnische Serben-Führer und Genozid-Leugner Milorad Dodik stattete Djokovic einen Besuch ab.

Impfskeptiker im Leistungssport: Ein Bayern-Profi bleibt wohl ungeimpft

Joshua Kimmich: Auch in Deutschland löste ein Spitzensportler eine heftige Impfdebatte aus. Nach einem Heimsieg stellte sich Joshua Kimmich, Fußballprofi in Diensten beim FC Bayern München, vor die Mikrofone und bestätigte im Sky-Interview, dass er noch ungeimpft sei. Er habe „persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“, meinte der 26-Jährige damals. Auch wenn sich Kimmich von den Gruppen der „Corona-Leugner oder Impfgegner“ distanzierte, so befeuerte er doch die wissenschaftlich unbegründeten Argumente jener Gruppen.

Ungefähr einen Monat nach den kontroversen Aussagen des Nationalspielers infizierte sich Kimmich jedoch mit dem Coronavirus. Lungenprobleme, genauer gesagt Infiltrationen im betroffenen Organ, zwangen ihn zu einer längeren Pause. In einem Interview mit dem ZDF Mitte Dezember bedauerte er sein Zögern und kündigte an, sich impfen lassen zu wollen.

Die Bayern-Profis Joshua Kimmich (l.) und Eric Maxim Choupo-Moting.

Eric Maxim Choupo-Moting: Anders als Joshua Kimmich, der sich nun offenbar zur Impfung entschied, vermied sein Teamkollege Eric Maxim Choupo-Moting eine solche Ankündigung. Der Angreifer des Rekordmeisters infizierte sich Ende November mit dem Coronavirus und kämpfte infolge dessen ebenfalls mit Infiltrationen in der Lunge. Seit seiner Infektion absolvierte er kein weiteres Spiel mehr für den Rekordmeister, reiste allerdings mit der kamerunischen Nationalmannschaft zum Afrika Cup, der dieses Jahr in seiner Heimat stattfindet. Beim FC Bayern hofft man nun, dass der 32-jährige Hamburger gesund von der Kontinentalmeisterschaft zurückkehrt. Sollte sich Mannschaftskamerad Kimmich impfen lassen, wäre Choupo-Moting mutmaßlich der letzte Ungeimpfte im Bayern-Kader.

Impfskeptiker im Leistungssport: Schwurbel-Storys vom Bundesliga-Stürmer

Wout Weghorst: Nicht nur beim FC Bayern finden sich Fälle von Impfskeptik, auch beim Bundesligisten VfL Wolfsburg sorgte ein Spieler mit wirren Aussagen und Internet-Postings für Aufsehen. So teilte er Ende 2020 etwa einen kurzen Text, den die Impfgegnerin und Verschwörungstheoretikerin Dr. Christiane Northrup ins Internet gestellt hatte. „Stell dir eine Corona-Impfung vor, so sicher, dass man dazu gezwungen werden muss - für eine Krankheit, so tödlich, dass du getestet werden musst, um zu wissen, dass du sie hast“, stand also in Weghorsts öffentlich einsehbarer Story. Der Niederländer kommentierte dies mit den Worten: „Leute, informiert euch selbst.“

Allerdings entschuldigte sich Weghorst später öffentlich für den geteilten Inhalt. Sich ausdrücklich distanzieren wollte der 29-Jährige im April auf Nachfrage im Sportstudio aber nicht. Im Oktober vergangenen Jahres infizierte sich der mutmaßlich ungeimpfte Stürmer selbst mit dem Virus und gilt somit vorerst als Genesen.

Impfskeptiker im Leistungssport: NFL-Quarterback angeblich allergisch gegen Impf-Wirkstoff

Franziska Gritsch: Auch im Wintersport gibt es ein prominentes Beispiel. Die österreichische Skirennfahrerin Franziska Gritsch teilte ihren Followern auf Instagram im November noch mit, dass sie sich nicht impfen lassen wolle. Die 24-Jährige verpasste damit bereits das Weltcup-Rennen im US-amerikanischen Killington in Vermont. Nun infizierte sich die Impfverweigerin mit dem Coronavirus und muss auch beim Weltcup-Slalom in Zagreb passen.

Aaron Rodgers: Auch in den USA, wo mittlerweile mehr als 515 Millionen Impfdosen verabreicht wurden, gibt es prominente Beispiele für Impfgegner im Sport. Der prominenteste Skeptiker ist der NFL-Quarterback Aaron Rodgers von den Green Pay Packers. Der 38-Jährige machte in den vergangenen Wochen und Monaten mit abstrusen Aussagen auf sich aufmerksam. Er sei beispielsweise ohne Impfung immunisiert und gestand in einer TV-Show, nicht geimpft zu sein.

Aaron Rodgers, Impfskeptiker und Quarterback der Green Bay Packers.

Rodgers behauptete außerdem, er könne sich aufgrund einer Allergie auf einen Wirkstoff in den mRNA-Covid-Vakzinen auch künftig nicht impfen lassen. Stattdessen ist er ein Verfechter alternativer Heilmethoden und wirbt für diese. Außerdem hagelte es in der Vergangenheit Kritik, nachdem mehrere seiner Verstöße gegen das Corona-Protokoll der NFL nicht geahndet wurden.

Impfskeptiker im Leistungssport: Basketball-Star feiert kurioses Comeback - und muss wieder zuschauen

Kyrie Irving: Im US-Basketball sorgte ein Fall eines Impfgegners für Furore. Kyrie Irving wurde zum Saisonbeginn der NBA aufgrund seiner fehlenden Impfung von den Brooklyn Nets suspendiert. Der Basketball-Star sollte zwar erst nach der Schutzimpfung wieder aufs Parkett zurückkehren, sein Team entschied jedoch, dass der 29-jährige wieder Teil der Mannschaft sein sollte. So gab er Donnerstag nach monatelanger Zwangspause sein Comeback.

Der Impfgegner Kyrie Irving (r.) muss bei den Heimspielen der Brooklyn Nets zusehen.

Beim 129:121-Sieg bei den Indiana Pacers gehörte er zu den besten Werfer seines Teams und erzielte 22 Punkte. Beim kommenden Partie seines Teams gegen die Milwaukee Bucks wird Irving jedoch wieder nur zusehen müssen. Aufgrund der Corona-Vorschriften im US-Bundesstaat New York darf der ungeimpfte Aufbauspieler nicht bei den Heimspielen seiner Nets auflaufen. (ajr)

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