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Novak Djokovic: Er ist dann mal so frei

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Von: Jakob Böllhoff

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Hofft auch ungeimpft zum erfolgreichsten Tennisspieler zu werden: Novak Djokovic.
Hofft auch ungeimpft zum erfolgreichsten Tennisspieler zu werden: Novak Djokovic. © John Minchillo/AP/dpa

Der serbische Tennisprofi Novak Djokovic erklärt, warum er sich nicht impfen lässt

Novak Djokovic sagte dann den Satz, den er in den vergangenen zwei Jahren immer sagte, wenn es um das Thema Impfung ging: „Ich glaube an die Freiheit jedes Einzelnen, selbst zu entscheiden, was er seinem Körper zuführt.“ Deshalb sei er nicht gegen das Coronavirus geimpft, und deshalb gedenke er auch nicht, dies in absehbarer Zeit zu ändern, wie der Serbe in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der BBC betonte. Das Gespräch in Belgrad war Djokovics erste öffentliche Äußerung zum Thema seit der Einreise-Farce Anfang des Jahres in Australien.

Über die, rein sportlichen, Konsequenzen seiner Haltung ist sich der Tennis-Superstar offenbar im Klaren. Auf die Frage des BBC-Journalisten Amol Rajan, ob er in Kauf nehme, die Grand-Slam-Turniere in Paris und London zu verpassen, antwortete Djokovic ruhig: „Ja, diesen Preis bin ich bereit zu zahlen.“ Weil die Entscheidungshoheit über den eigenen Körper für ihn „wichtiger ist als alle Titel.“

Djokovic ist dann mal so frei. Ihm steht eine komplizierte Saison bevor, schon das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres, die Australian Open in Melbourne, hatte er ja verpasst, nachdem er nach tagelangen Hickhack um seine medizinische Ausnahmegenehmigung wieder ausreisen musste.

„Im Einklang mit Körper“

Er habe sich in Australien nichts zu Schulden kommen lassen, sagte Djokovic nun: „Der Entzug des Visums hatte nur damit zu tun, dass man mir fälschlich unterstellte, eine Art Vorbild der Antiimpfkampagne werden zu können.“ Dabei handele es sich um ein Missverständnis. „Ich war nie gegen Impfungen“ sagte der Wahl-Monegasse. Als Kind sei er geimpft worden. Aber die Freiheit, die Sache mit der Freiheit, das sei dann doch das allerwichtigste für ihn und für seinen Körper, sagte der Mann, der allerlei Esoterik-Gurus an sich heranlässt, und der zu wissen glaubt, dass man verschmutztes Wasser alleine mit der Kraft der Gedanken reinigen kann. Als die Corona-Pandemie Fahrt Aufnahme, Frühjahr 2020, hatte Djokovic übrigens in einem öffentlichen Live-Chat wortwörtlich gesagt, er sei „gegen Impfungen“.

Auch die Rekordjagd um die meisten Grand-Slam-Titel – Rafael Nadal gewann in Australien seinen 21., während Djokovic genau so wie Roger Federer weiter bei 20 steht – tritt für den 34-Jährigen in den Hintergrund. Es gehe ihm wirklich nur darum, „so gut wie möglich mit meinem Körper in Einklang zu sein“, sagte Djokovic – ohne konkret auszuführen, warum ausgerechnet die milliardenfach bewährten Corona-Impfungen den Einklang stören würden.

Nun wartet Djokovic, und hofft, dass die Pandemie vorbeigeht und damit auch die Impfgeschichte. Dann könne er noch viele Jahre spielen und auch alle Rekorde brechen, glaubt er, sagt er. Bei den anstehenden „Dubai Duty Free Championships“ ist er jetzt schon ungeimpft Willkommen. Nicht so bei den folgenden Frühjahrsturnieren in den USA, und auch nicht in Paris, Ende Mai, bei den French Open. mit dpa

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