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Niklas Kaul: Weltmeister! Europameister! Olympiasieger?

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Von: Timur Tinç

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Der König der Athleten: Zehnkämpfer Niklas Kaul.
Der König der Athleten: Zehnkämpfer Niklas Kaul. © dpa

Der Mainzer Zehnkämpfer Niklas Kaul ordnet alles dem großen Ziel Paris 2024 unter.

Niklas Kaul lag nach dem abschließenden 1500-Meter-Lauf vollkommen erschöpft auf dem Boden. Der 24-Jährige bekam gar nicht mit, wann sein Konkurrent aus der Schweiz, Simon Ehammer, über die Ziellinie kam. Erst als die eins und sein Name auf der Anzeigentafel auftauchte, realisierte der Mann vom USC Mainz: Er ist Zehnkampf-Europameister. Dass er den Titel vor heimischem Publikum errang, war für ihn „emotionaler“ als der Weltmeistertitel in Doha im Jahr 2019.

Dort wurde er der jüngste Weltmeister aller Zeiten. „Das habe ich selbst nicht erwartet. Das hat mich überwältigt“, sagt der König der Athleten. Die nächsten zweieinhalb Jahre liefen für den Shootingstar der deutschen Leichtathletik alles andere als optimal. Viele Verletzungen machten den gebürtigen Saulheimer zu schaffen, der von seinen Eltern Michael und Stefanie in Mainz trainiert wird. Bei den Olympischen Spielen in Tokio musste er unter Tränen im Rollstuhl aus der Arena geschoben werden, weil er sich beim Hochsprung am Sprunggelenk verletzt hatte. Auch die Vorbereitung in diesem Jahr lief nicht optimal. Die WM in Eugene beendete er als Sechster. Das große Ziel, daraus hat er nie einen Hehl gemacht, war jedoch die EM in München. „Ich wollte zeigen, dass ich es doch noch kann“, sagt Kaul, der Physik und Sport auf Lehramt studiert.

Bereits nach der ersten Disziplin, den 100 Metern, führte Weitsprung-Vizeweltmeister Simon Ehammer. Eugene-Weltmeister, Weltrekordhalter und Topfavorit Kevin Mayer aus Frankreich musste da schon abbrechen. Dass Kaul nach dem ersten Tag mit 477 Punkten hinter dem Schweizer lag – kein Problem. Schließlich hat er seine Stärken am zweiten Tag. Doch nach dem Diskuswurf mit für ihn enttäuschenden 41,80 Metern hatte Kaul die Goldmedaille für sich abgehakt. „Wenigstens fürs Publikum“, wollte er dann nochmal eine Show machen. Und was für eine. Erst schleuderte er im dritten und letzten Versuch den Speer auf 76,05 Meter und lief im abschließenden 1500-Meter-Lauf neue persönliche Bestzeit in 4:10,04 Minuten. 597 Punkte in zwei Disziplinen mehr als Ehammer, der Silber gewann.

Niklas Kaul ordnet in den kommenden zwei Jahren alles den Olympischen Spielen in Paris 2024 unter. „Mit dem Wettkampf habe ich noch eine Rechnung offen.“ Alles, was jetzt komme, diene dazu, bei Olympia in der Form zu sein, wie er vorher noch nie war. 8691 Punkte ist seine Bestleistung. Eine ganz bestimmte Punktzahl hat er zwar im Kopf, verraten will er sie aber nicht.

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