Mainz 05

Neuer Schwung bei Mainz 05

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Vor allem der fast wieder topfitte Stürmer Mateta gilt als großer Hoffnungsträger von Mainz 05 für die Rückrunde.

So viel steht mal fest: Die Stimmung bei Mainz 05 könnte vor dem Start der Rückrunde am Samstagnachmittag daheim gegen den SC Freiburg kaum besser sein. Jedenfalls gemessen an der Relation zum Tabellenplatz und dem doch eher mickrigen Vorsprung von drei und vier Punkten auf die Ränge 16 (Relegation) und 17 (direkter Abstieg). Weil aber das Trainingslager unter spanischer Sonne und „überragenden Bedingungen“ (Trainer Achim Beierlorzer) stattgefunden hat, gegen die Rheinhessen mit einem Optimismus ins neue Jahr, der echt wirkt.

Zum Teil hat das mit dem noch unverbrauchten Trainer zu tun, der zuvor in sechs Spielen unter seiner Führung stolze neun Punkte einfuhr, noch mehr aber mit einem schlaksigen Mittelstürmer, der den allergrößten Teil der Vorrunde verpasste und sich nun topfit für die Restsaison fühlt. Sein Name: Jean-Philippe Mateta.

In dieser Woche hatte es ein paar Gerüchte gegeben, der Franzose sei vom spanischen Erstligisten FC Sevilla heiß umworben. Nun ja, so ganz konkret gab es da offenbar nichts, wie der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder am Donnerstag glaubhaft vortrug. „Erstens gab es kein Interesse aus Sevilla, und zweites ist doch klar, dass er bleibt. Wir haben lange genug auf ihn gewartet.“

Sechs Spiele ohne Tor

Tatsächlich wäre es grob fahrlässig, würden die Nullfünfer auch nur eine Millisekunde darüber sinnieren, den 22-Jährigen ziehen zu lassen. In nicht weniger als sechs Spielen der Hinrunde blieb Mainz 05 ohne eigenen Treffer. Diese Harmlosigkeit dürfte Mateta, der Strafraumschreck, mit einiger Sicherheit wegschießen. Schröder wies ausdrücklich auch auf den psychologischen Effekt für die ganze Mannschaft hin. Mateta, der ewig gut Gelaunte, bringe „Schwung nicht nur auf dem Platz“, aber natürlich besonders doch ebendort, „er nimmt die Gruppe mit, er feiert jedes Tor, sei es aus 30 oder 25 Zentimetern“. Der Trainer fällt in die Lobeshymne unkompliziert mit ein: „JP arbeitet jeden Tag richtig hart daran, dass er topfit wird. Er ist immer einer der Letzten, die aus dem Kraftraum rausgehen.“

Hinzu kommt, dass sich der Südkoreaner Dong-won Ji wieder so fit gemeldet hat, dass er am Mannschaftstraining teilnehmen kann. Ji und Mateta hatten in den Planungen der Mainzer eigentlich eine gefährliche Doppelspitze bilden sollen, dann verletzten sich beide noch in der Vorbereitung, der eine (Ji) mit einem Knorpelschaden, der andere (Mateta) mit einer Meniskusverletzung. Während Mateta schon fast, wenn auch noch nicht ganz wieder bei 100 Prozent Fitness ist, braucht es bei Ji noch ein bisschen. Als Kandidat für den 18-Mann-Kader für die sicher nicht unkomplizierte Partie gegen Freiburg gilt der 28-Jährige gleichwohl.

Da auch sämtliche weiteren Offensivkräfte (Quaison, Öztunali, Boetius, Onisiwo, Szalai, Maxim, Buckardt, Awoniyi) gesund und munter sind, wird Trainer Beierlorzer ein paar harte Entscheidungen treffen müssen. „Der eine oder andere wird traurig sein. Da leidet man mit“, sagt der Fußballlehrer. Um auch dieses persönliche Leid ein wenig zu lindern, versucht Rouven Schröder („Wir haben extrem gute Stürmer in hoher Anzahl“), zumindest den vom FC Liverpool nach den Verletzungen von Ji und Mateta eilig ausgeliehenen Taiwo Awoniyi zu transferieren. Der 22-Jährige ist zwar ein guter Kerl, hat aber letztlich auch wegen technischer Mängel wenig geholfen und wird in der neuen Konkurrenzsituation, genau wie der 19-jährige Jonathan Buckardt aus dem eigenen Stall, schwerlich viele Einsatzminuten bekommen. Premier League-Tabellenführer Liverpool ist an einer unmittelbaren Rückholaktion aus leicht nachvollziehbaren Gründen wenig interessiert. Im Team von Jürgen Klopp sind die Ansprüche schlicht zu hoch.

Mainz 05 seinerseits ist zum Siegen gegen Freiburg schon fast verdammt, soll das Zittern aus 2019 nicht 2020 gleich wieder losgehen. Denn nach dieser Partie stehen nahezu unüberwindliche Hürden im Weg: in Mönchengladbach und gegen die Bayern.

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