Der Mainzer Torschütze Jonathan Burkardt bejubelt sein Tor zum 0:1 mit Mitspieler Jean-Paul Boetius.
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Der Mainzer Torschütze Jonathan Burkardt bejubelt sein Tor zum 0:1 mit Mitspieler Jean-Paul Boetius.

Mainz 05

Meilenstein in Dortmund

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Viel fehlt nicht zum Klassenerhalt: Die Rheinhessen siegen nach bärsenstarker Leistung überraschend 2:0 beim uninspirierten BVB.

Mainz 05 hat sich im Kampf um den Klassenerhalt überraschend frische Luft verschafft. Nach einer bemerkenswerten taktischen, läuferischen und kämpferischen Leistung entführten die Nullfünfer drei pralle Punkte aus Dortmund. Das 2:0 (1:0) bedeutet eine ungeahnt gute Ausgangsposition für die Hochspannungspartie am Samstag (15.30 Uhr) gegen Werder Bremen. Von den Hanseaten trennen die Mainzer nun sechs Zähler und acht Tore. Ein Sieg reicht definitiv zum Klassenerhalt. Dortmund war ein Meilenstein.

05-Sportchef Rouven Schröder hatte vor dem Spiel am Mittwoch auf die Macht der Bilder gesetzt. Denn vor zwei Jahren hatte seine auch damals abstiegsgefährdeten Mainzer kurz vor Ultimo mit einem 2:1-Sieg bei Borussia Dortmund schadlos und sicherten sich so unter Trainer Sandro Schwarz die Klasse. Das Beispiel 2018 sollte auch 2020 Beine machen. „Es ist unsere Aufgabe, da voll reinzumarschieren und uns zu wehren.“ Und das taten die Nullfünfer dann wie geheißen.

Bei den auf sechs (!) Positionen neu besetzten Rheinhessen waren aus der Startelf vom 0:1 gegen Augsburg vor Torwart Florian Müller nur Kapitän Danny Latza, dessen Stellvertreter Moussa Niakathé, Jeremiah St, Juste und Jean-Philippe Mateta übriggeblieben - sicher auch mit Blick auf das Kellerduell am Samstag gegen Werder Bremen.

Die Mainzer, wie erwartet selten nur in Ballbesitz, verteidigten gegen lange uninspiriert wirkende Dortmunder mit Vehemenz und Konzentration. Und sie konterten hin und wieder gefährlich. In der 27. Minute verdribbelte sich Jonathan Burkardt, in seinem zweiten Saisonspiel von Beginn an, noch aussichtsreich. Ein besserer Burkardt folgte bald darauf. Und diesmal - nach der wahrlich besten Mainzer Passfolge der laufenden Spielzeit über zehn Stationen - rammte der 19-Jährige eine feine Flanke von Ridle Baku per Kopf zur 1:0-Führung ins BVB-Tor (34.). Sein erstes Tor in der Bundesliga im elften Einsatz in der Eliteklasse.

Mateta trifft vom Punkt

Und, kaum zu glauben: Schon kurz nach der Pause führte der krasse Außenseiter 2:0. Der bald darauf ausgewechselte Lukasz Piszczek war Latza auf den Fuß getreten, noch dazu im Strafraum, was einen Elfmeterpfiff von Referee Frank Willenborg nach sich zog. Mateta schickte BVB-Keeper Roman Bürki nach links und schoss nach rechts (49.). Die Dortmunder reagierten in Gestalt von Emre Can mit einem knochenharten Foul an Bukardt direkt vor der Mainzer Bank, für das es Dunkelgelb gab und das den Mainzer Trainer Achim Beierlorzer mächtig in Wallung brachte. Er beruhigte sich aber bald wieder, denn seine Mannschaft machte es weiter gut.

In der 71. Minute hätte Jean-Paul Boëtius, wiederum nach klasse Vorarbeit von Baku, mit einem Schuss aus Kurzdistanz alles klar machen können. Aber der Niederländer verfehlte das Tor knapp. Nachdem Müller einen Hakimi-Freistoß heldenhaft entschärft hatte, ließ auch der eingewechselte Adam Szalai eine Möglichkeit liegen und produzierte eine peinliche Schwalbe, für die es Gelb gab. Die Dortmunder ihrerseits zettelten noch ein paar überflüssige Scharmützel an, zu mehr waren sie an diesem Abend nicht in der Lage. jcm

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