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Anti-Doping-Razzia der europäischen Polizeibehörde Europol.

„Operation Viribus“

Mehr als 230 Festnahmen bei internationaler Anti-Doping-Razzia

In einer länderübergreifenden Aktion gehen die Strafverfolgungsbehörden gegen den internationalen Handel mit Doping-Präparaten vor.

Bei einer beispiellosen Anti-Doping-Razzia sind europäische Sicherheitsbehörden in 33 Ländern gegen den Handel mit Anabolika und gefälschten Medikamenten vorgegangen. An dem bislang „größten Einsatz dieser Art“ namens „Operation Viribus“ hätten auch deutsche Ermittler mitgewirkt, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Montag mit. 

Mehr als 230 Verdächtige seien festgenommen, neun Drogenlabore in Europa ausgehoben und tonnenweise Dopingpräparate beschlagnahmt worden. Demnach wurden allein 24 Tonnen Steroidpulver sichergestellt. An dem Einsatz unter Federführung der italienischen und griechischen Polizei war auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) beteiligt. Der deutsche WADA-Chefermittler Günter Younger zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen und der Einbeziehung der Agentur. 

Kampf gegen Doping und Sportbetrug

Diese Art von Zusammenarbeit bringe echte Resultate und könne einen bedeutenden Einfluss auf die Verfügbarkeit verbotener Substanzen haben. „Wir stehen bereit, um diese Art von Rolle in einer jeglichen, andauernden Operation fortzusetzen. Dies ist ein gemeinsamer Kampf gegen Sportbetrug auf dem Kontinent“, sagte Younger der Mitteilung der WADA zufolge. 

Abseits davon werde es weiterhin Partnerschaften mit staatlichen Ermittlungsbehörden in Europa und der Welt geben, betonte Younger. Derzeit laufen im Zusammenhang mit Doping im Sport auch noch die Ermittlungen im Zuge der sogenannten „Operation Aderlass“. Ende Februar hatte das österreichische Bundeskriminalamt bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld mehrere Personen festgenommen, unter ihnen auch Sportler. 

Lesen Sie hier: Wenn Freizeitsportler zu Doping greifen

In Deutschland steht ein Erfurter Sportarzt als mutmaßlicher Drahtzieher eines vermuteten Netzwerkes im Mittelpunkt der Ermittlungen. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen mindestens 21 Sportler aus acht Ländern und fünf Winter- und Sommersportarten in Europa, Südkorea und auf Hawaii verbotenes Eigenblut-Doping betrieben haben. (dpa)

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