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Lina Magull (l) möchte viel erreichen.
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Lina Magull (l) möchte viel erreichen.

FC Bayern

Mehr als nur ein Halbfinale

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Lina Magull möchte mit dem FC Bayern nicht nur in der Champions League weiterkommen

Lina Magull, das zeigen die kleinen Fältchen um den Mundwinkel, lacht gerne und viel. Als Scherzkeks ist die aus Dortmund stammende Fußballerin in ihrer Karriere oft bezeichnet worden, in Corona-Zeiten schimmert noch eine ganz neue Facette bei der Kapitänin des FC Bayern durch: ihr Hang zum Schreiben. Und so arbeitet die 26-Jährige an einem Buch, das ihre persönliche Geschichte mit den Veränderungen durch das Coronavirus verknüpft. Ein fiktiver Charakter, der von seinen Eindrücken nach der Ankunft auf der Erde erzählt.

Nun wartet am Wochenende mal wieder eine ganz irdische Herausforderung auf die Hobbyautorin: Die Spielerinnen des FC Bayern können im Halbfinale der Women’s Champions League gegen den FC Chelsea (Sonntag 17 Uhr/Sport1) nämlich selbst Geschichte schreiben, in einem Europapokalendspiel standen die Münchnerinnen noch nie.

Lange reihte der FC Bayern in dieser Saison Sieg an Sieg, ehe es Anfang des Monats die allererste Niederlage im DFB-Pokal-Halbfinale beim VfL Wolfsburg (0:2) gab. Es folgte eine unerwartete Heimpleite in der Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim (2:3). Die Minikrise der Münchnerinnen kommt zur Unzeit, schließlich strotzen die Chelsea-Ladies mit der ehemaligen Bundesliga-Torjägerin Pernille Harder, der früheren Bayern-Spielerin Melanie Leupolz und der zuletzt wieder für die DFB-Frauen zum Einsatz gekommenen Torhüterin Ann-Katrin Berger vor Selbstvertrauen. Magull erwartet gegen den englischen Meister „zwei enge Spiele“. Die Chelsea-Ladies würden vereinsintern „besonders gehypt“, sagt Magull, „aber entscheidend ist auf dem Platz.“

Ein bisschen geht’s auch um die europäische Deutungshoheit im Frauenfußball, nachdem die Vereine, der Verband und nicht zuletzt Medien und Sponsoren auf der Insel gemeinsam gewaltige Anstrengungen unternehmen, die weltweit stärkste Frauenliga aufzubauen. Nachdem sich Seriensieger Olympique Lyon gegen Paris St. Germain bereits aus der weiblichen Königsklasse verabschiedet hat, findet es Magull allemal „interessant, dass es nicht mehr nur die eine Macht gibt.“ Stößt ihr Klub in dieses Machtvakuum und zieht ins Finale am 16. Mai in Göteborg ein?

Der FC Chelsea hat viel vor

Man habe gezeigt, dass auch „die deutschen Topteams auf überdurchschnittlichem Niveau sind“, sagt Münchens Führungsspielerin, aber Titelansprüche formuliert sie nicht. In den vergangenen Jahren war der FC Bayern im Frauenfußball nämlich das, was den Männern von Bayer Leverkusen als Makel anhängt: der ewige Zweite. Seit den Meistertiteln 2015 und 2016 haben die FCB-Fußballerinnen nichts mehr gewonnen, obgleich der Verein die Anstrengungen noch einmal intensiviert hat. Für Trainer Jens Scheuer ist es ein „großer Erfolg, im Halbfinale zu stehen“. Doch der Coach, der wie seine Regisseurin vom SC Freiburg kam, weiß, dass sein Arbeitgeber nur die höchsten Ziele ausgibt.

Auch für Magull geht es letztlich um mehr. Die 48-fache Nationalspielerin hat sich mit ein bisschen Verzögerung zu einer meinungsfreudigen Vordenkerin entwickelt. Sie will insgesamt mit ihrem Sport vorankommen, kämpft für gesellschaftliche Akzeptanz und bessere Wahrnehmung. Deshalb bezeugen die klangvollen Duelle im Halbfinale – parallel trifft Paris auf den FC Barcelona – die Entwicklung. Es sei positiv zu bewerten, „dass die großen Vereine merken, auf den Frauenfußball können und müssen wir setzen, weil es ein unheimlicher Mehrwert ist, erstens für die Gesellschaft und zweitens für die fußballbegeisterten Menschen“.

Sie selbst hat übrigens mal verraten, dass es sie eigentlich enorm reizen würde, für Borussia Dortmund aufzulaufen, sofern der Verein es mit seinen Anstrengungen bei den Frauen ernst meint. Der BVB-Langzeitplan, bei dem es viele Jahre bis zum Aufstieg in die Frauen-Bundesliga dauern kann, macht solchen Planspielen aber einen Strich durch die Rechnung. Vielleicht kommt das aber in Lisa Magulls Buch vor.

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