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Sorgenvolle Miene: City-Teammanager Pep Guardiola könnte zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen werden.

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Manchester City aus Champions League ausgeschlossen: Die Uefa macht ernst 

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Die Europäische Fußball-Union hat Manchester City aus der Champions League verbannt. Ob sie damit durchkommt, muss jetzt der Europäische Sportgerichtshof CAS entscheiden. Sicher ist ein Erfolg vor Gericht - trotz der vielen finanziellen Unregelmäßigkeiten - nicht.

In den vergangenen Jahren hat sich die Uefa nie an die europäischen Topklubs rangetraut. FC Sion, FK Ertis Pawlodar, KF Tirana und FK Vojvodina hießen die Fußballvereine aus der Schweiz, Kasachstan, Albanien und Serbien, die die Europäische Fußball-Union zuletzt aus ihren Wettbewerben wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay (FFP) verbannt hat. Das hat sich am Freitag radikal geändert. Die Uefa macht ernst und hat nun den schon seit Jahren unter Beobachtung stehenden englischen Spitzenklub Manchester City für zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen und mit einer Geldstrafe in Höhe von 30 Millionen Euro belegt. Ein Paukenschlag.

Natürlich hat City umgehend den Schritt vor den Sportgerichtshof CAS angekündigt. Beim Showdown in Lausanne wird sich zeigen, ob die vor zehn Jahren eingeführten Regularien der Uefa niet- und nagelfest sind oder sie von den Juristen der Besitzer von Manchester City, in der Luft zerrissen werden. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte einmal gesagt: „Ein Klub, der wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay bestraft und dagegen klagen würde, hätte wohl Chancen, den juristischen Prozess gegen die Uefa zu gewinnen.“

Manchester City aus Champions League ausgeschlossen: Schwieriger Prozess droht

Genauso ist es im vergangenen März gekommen. Die Uefa hatte beim Transfer vom Neymar im Sommer 2017 eine Untersuchung gegen Paris St. Germain eingeleitet, die den Brasilianer für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona gekauft und zum teuersten Spieler der Welt gemacht hatten. Im März vergangenen Jahres urteilte der CAS zugunsten von PSG, das in den Händen von Qatar Sports Investment ist, und dass der Fall nicht wieder aufgenommen werden darf. Wegen eines Formfehlers. Damals stand der Verdacht im Raum, dass die Summe in Teilen als zusätzliches Sponsoring von der Qatar Tourist Authortiy (QAT) an den FC Barcelona gezahlt wurde, um das Financial Fair Play zu umgehen.

Immerhin hat sich die Ermittlungskammer des CFCB (Club Financial Control Body) der Uefa seit Aufnahme der Ermittlungen gegen Manchester City acht Monate Zeit bis zu ihrer Entscheidung gelassen. Für die kleinen Klubs, die bislang betroffen waren, wäre eine Klage finanziell niemals zu stemmen gewesen. Bei City sieht das ganz anders aus.

Manchester City aus Champions League ausgeschlossen: Geht die Uefa auch gegen andere Topclubs vor?

Vor knapp zwölf Jahren hat sich die Abu Dhabi United Group Manchester City einverleibt und über eine Milliarde Euro in die Mannschaft und die Infrastruktur investiert. Eine, die sich lohnt. Die Himmelblauen sind mit 4,8 Milliarden Euro der wertvollste Sportklub der Welt, erst im Dezember kaufte der US-Investor Silver Lake Anteile an den Citizens von zehn Prozent in Höhe von 450 Millionen Dollar. Laut dem Vorstandsvorsitzenden Khaldoon Al Mubarak macht der Klub 600 Millionen Euro Gewinn im Jahr.

Wie viel davon der Wahrheit entspricht, darüber wird vielleicht der Prozess vor dem CAS Aufschluss geben. Es geht um Auslagerung der Kosten, die in der Bilanz versteckt wurden und um Sponsoreneinnahmen aus Abu Dhabi, die aber tatsächlich nur weitere Finanzspritzen der Besitzer gewesen sein sollen.

Sollte die Uefa Recht bekommen, könnte sie eventuell auch gegen andere Topklubs vorgehen. Sollte City vor dem CAS allerdings Recht bekommen, stünde die Uefa komplett blamiert da. Dann wäre es an der europäischen Klubvereinigung ECA, endgültig schärfere Regeln einzuführen. Sonst machen Klubs wie City und PSG weiter, was sie wollen.

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