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Made in Germany

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Von: Armin Gibis

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Abgehoben: das deutsche Rodel-Team in China.
Abgehoben: das deutsche Rodel-Team in China. © imago images/GEPA pictures

Beim Rodeln räumen die Deutschen alles ab und feiern in Peking neue Rekorde. Der Vorsprung auf die anderen Länder ist groß und kommt nicht von ungefähr. Ein Kommentar.

Rodeln? Viele verbinden das mit Kindheitserinnerungen im Schnee, an die ersten frühen Erfahrungen mit Geschwindigkeit. Ein unvergesslicher Winterspaß. Die geschwinde Fahrt auf dem Holzschlitten hat in deutschen Landen aber auch eine markant leistungssportliche Ausprägung gefunden. Die tollkühnen Präzisionsarbeiter im Eiskanal sind zu den zuverlässigsten Goldschmieden des deutschen Sports geworden. Bei den Rodel-Wettbewerben im National Sliding Center von Yanqing erklang stets die deutsche Hymne. Die Gesamtausbeute: viermal Gold und zweimal Silber. Zwei Drittel des bislang von Team D errungenen Edelmetalls geht auf das Konto der Kufenflitzer. Eine – einmal mehr – grandiose Bilanz.

Die deutsche Wertarbeit, die nun schon seit vielen Jahrzehnten traditionell bei Großereignissen abgeliefert wird, kommt natürlich nicht von ungefähr. Schließlich verfügt der Rodelsport über eine einzigartige Infrastruktur: nämlich vier große (auch von den Bobfahrern höchst effektiv genutzte) Bahnen in Königssee, Oberhof, Winterberg und Altenberg. Das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. Und auch die wissenschaftliche Herangehensweise sucht ihresgleichen. In den Werkstätten des Berliner Instituts für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES), die ihren Ursprung in DDR-Zeiten hat, wurden Top-Speed garantierende Hightech-Gefährte ertüftelt. Und hinter den Erfolgen natürlich nicht zuletzt auch ein maximal qualifizierter Trainerstab, der aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpft.

38 von 52 Goldmedaillen

Wen wundert’s also, dass das deutsche Rodel-Team das Maß aller Dinge ist: Von den 52 Goldmedaillen, die in der Olympiageschichte des Sports vergeben wurden, gingen 38 an die deutschen Seriensieger. National bescherte der Schlittensport solche Ausnahmeerscheinungen wie Georg Hackl (dreifacher Olympiasieger) oder die Doppelsitzer Tobias Wendel/Tobias Arlt und allen voran Natalie Geisenberger, die in Peking mit nun sechsmal Gold zur deutschen Rekord-Olympionikin aufstieg.

Für das Rodel-Team ist die große Sause in China nun also vorbei. Doch auf dem Siegerpodest des spektakulären Eiskanals von Yanqing dürfte auch in der kommende Woche deutsch gesprochen werden. An der Reihe sind die Bobpiloten. Auch hier gilt die Prognose: Und am Ende siegt Deutschland.

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