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Löwen rutschen böse aus

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Von: Markus Katzenbach

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Handgemenge: Der Frankfurtser Daniel Wirt unterliegt dem Kölner Alexander Oblinger.
Handgemenge: Der Frankfurtser Daniel Wirt unterliegt dem Kölner Alexander Oblinger. © IMAGO/Maximilian Koch

Frankfurter Eishockeyspieler erleiden 0:9-Schlappe bei den gefräßigen Kölner Haien

Als die Schmach überstanden war, ging auch Jake Hildebrand noch mal aufs Eis und klopfte seinem Leidensgenossen Bastian Flott-Kucis tröstend auf die Schultern, geschafft, endlich. Der Stammtorwart der Frankfurter Löwen trug da längst schon eine Kappe statt des Helms auf den Kopf – nach einer halben Stunde und vier Toren war sein Arbeitstag beendet gewesen und stattdessen Flott-Kucis zwischen die Pfosten gerückt, dem es aber auch nicht besser ergehen sollte.

ass die bis dahin so widerstandsfähigen und insgesamt ja sehr erfolgreichen Aufsteiger in die erste Klasse des deutschen Eishockeys einen derart desaströsen vierten Adventssonntag erlebten, lag zuallerletzt an schmählich im Stich gelassenen Goalies und vielmehr an viel zu nachlässigen Vorderleuten: Das schließlich peinlich deutliche 0:9 (0:2, 0:4, 0:3) bei den Kölner Haien war die hohe Strafe für lauter Löwen-Leichtfertigkeiten und bedeutete nebenbei das Abrutschen auf Rang neun, hinter den Haien.

„Das Ergebnis spricht Bände. Wir haben Köln das komplette Spiel geschenkt, jedes Gegentor war ein Fehler von uns“, ärgerte sich Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, der in fast auf den Tag genau fünf Frankfurter Managerjahren zuvor keine derart hohe Pleite erlebt hatte. Den aus Gäste-Sicht so unerfreulichen Besuch in der größten Halle der DEL vor stattlichen 13 803 Zuschaueenden fasste er so zusammen: „Wir haben direkt zwei schnelle Gegentore kassiert, viele Möglichkeiten gehabt, aber nicht genutzt, und sind dann ins offene Messer gelaufen. Der Rest war nicht schön.“

Dienstag gegen Nürnberg

Auch wenn ein paar Spieler fehlten - dass eine vollwertige Formation nicht als alleinige Erfolgsgarantie taugt, dafür diente dieser Sonntagnachmittag als Beleg, gebraucht nicht nur für Rückkehrer David Elsner. Erst vergab er im ersten Drittel nach dem frühen 0:2-Rückstand drei gute Gelegenheiten für einen Anschlusstreffer – dann vertändelte er den Puck auch noch bei eigener Überzahl, Köln konterte zu viert zum dritten Treffer.

Die ersten beiden hatte Frankfurt nach nur zwölf Sekunden und weiteren fünf Minuten hinnehmen, um nach verschlafenem Start aber die bestimmende Mannschaft zu sein. Bis zu dieser Szene, dem dritten Kölner Streich, ausgerechnet im eigenen Powerplay – das war der letzte Knacks.

In 28 Erstligaspielen vorher hatten die Frankfurter Aufsteiger abgesehen von einem 1:5 bei Mannheimer Mannschaftsanwärtern in jeder Partie bis kurz vor Schluss die Chance auf Punkte gehabt. Diesmal aber brachten sie die Löwen-Tugenden nicht aufs Eis, und weder der Torwartwechsel noch eine am Ende sogar noch positive Statistik von 61:58 Schüssen änderten bei einer Fortsetzung voller Stellungs- und Abspielfehlern daran etwas.

„Wenn man 0:9 verliert, kann man nicht viel richtig gemacht haben“, wusste Headcoach Fleming. „Wenn du so spielst, passieren solche Dinge“, kritisierte er vor allem die vielen fatalen Puckverluste, Sportdirektor Fritzmeier tadelte: „So dürfen wir uns nicht demontieren lassen.“ Immerhin geht es schnell wieder weiter, am Dienstag (19.30 Uhr) daheim gegen die Nürnberg Ice Tigers. Fritzmeiers Rezept dafür: „Aufarbeiten, schnell abhaken, zusammenhalten und zurückschlagen.“

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