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Neuer Löwe: Trainer Bohuslav Subr will die Frankfurter nach oben geleiten.
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Neuer Löwe: Trainer Bohuslav Subr will die Frankfurter nach oben geleiten.

Eishockey-Löwen mit neuem Coach

Mit ehrlicher Maloche durch die Corona-Wellen

  • VonMarkus Katzenbach
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Die Eis-Löwen präsentieren in Bohuslav Subr einen Coach, der den Frankfurter Klub trotz vieler Widrigkeiten nach oben führen soll.

Die Klärung der für die nähere Löwen-Zukunft wichtigsten Personalie erfolgte auf einem der höheren Dächer Frankfurts, wieder einmal. Vor drei Jahren bei der Vorstellung des damals gerade inthronisierten Trainertrios um Matti Tiilikainen war in den Maintower geladen worden, für den ersten offiziellen Auftritt von Bohuslav Subr ging es am Mittwochnachmittag nun in eine sommerliche Lounge auf dem Börsen-Parkhaus, und hohe Erwartungen bestehen bei dem ambitionierten Eishockey-Zweitligisten ja weiterhin – wenn auch unter seit Corona-Zeiten veränderten Umständen. „Ich weiß, dass es hier immer hohe Ziele gibt. Wir werden alle darauf hinarbeiten“, versprach der neue Headcoach zum Einstand, angesprochen auf den nach wie vor angestrebten Aufstieg in die erste Klasse, indes: „Bis dahin ist es noch ein langer Weg.“

Zuvor in der Oberliga tätig

Noch haben die Löwen gerade erst eine halbe Mannschaft beisammen, zwölf Spieler unter dem Vertrag. Die Frage nach dem Chef hinter der Bande aber ist jetzt beantwortet. „Wir haben nach der Saison genau analysiert: Welcher Trainer passt zu uns, welches Trainerteam, wer ist finanzierbar, wie sind die fachlichen Kompetenzen, wie ist es menschlich?“, erklärte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, nach der Trennung von Tiilikainen-Nachfolger Olli Salo kurz vor Weihnachten selbst als Coach eingesprungen, die Trainerfindungsfragen. Subr, der in den vergangenen sechs Jahren die in der deutschen Oberliga Nord angesiedelten Tilburg Trappers aus den Niederlanden anleitete, habe sich rasch als Wunschkandidat herauskristallisiert.

„Wir haben Bo ausgesucht, weil er ein selbstbewusster Trainer ist, der die Mannschaft mit klaren Vorgaben führen kann, dabei aber auch die Kommunikation mit den Spielern und den anderen Trainern sucht“, erklärte Fritzmeier. „Wir brauchen einen starken Headcoach, wir brauchen aber auch ein starkes, stabiles Trainerteam.“

Dazu wird als Subrs Assistent in noch stärkerer Rolle Jan Barta gehören, aus dem Löwen-Nachwuchs schon in Fritzmeiers Stab berufen und künftig als Nachfolger von Marko Raita fest bei den Profis, weiter als Development Coach aber besonders für die Talente zuständig. „Wir haben einen Staff zusammen, der für den maximalen Erfolg brennt, da freue ich mich jetzt schon darauf“, sagte der 36-jährige frühere Frankfurter Profi. „Jan ist einen weiten Weg gegangen, die letzten zwei Jahre war er fast nonstop in der Eissporthalle. Es ist zumindest in Deutschland außergewöhnlich, dass ein Trainer im Nachwuchs ausgebildet, bei den Profis fortgebildet wird und dann aufsteigt“, betonte Fritzmeier.

Der Trainerwerdegang von Bartas künftigen Vorgesetzten Subr ist diesem nicht ganz unähnlich. Der 41-jährige Tscheche, in jungen Jahren ausgezogen in die nordamerikanischen Talente-Ligen, nach einer Knieverletzung zurück nach Europa, in Frankreich, Schweden, Norwegen und den Niederlanden auf dem Eis, ehe er 2011 die Schlittschuhe an den Nagel hängte, sammelte ebenso im Nachwuchs erste Coach-Erfahrungen. In Subrs Fall in niederländischen Junioren-Auswahlen. In Tilburg wurde er zudem dreimal Oberliga-Meister. „Er hat gezeigt, dass er langfristig bei einem Klub arbeiten kann. Jetzt ist er hungrig auf den nächsten Schritt“, sagte Fritzmeier.

Kapitän geht von Bord

Für die Löwen wird es eher ein Neustart als eine Fortführung der vor drei Jahren begonnenen Aufbauarbeiten, notgedrungen. Das Ziel Aufstieg hat man erst einmal verpasst, im Viertelfinale schied man knapp gegen die späteren Meister und damit auch Aufsteiger von den Bietigheim Steelers aus. Besonders bitter: Selbst entwickelte Talente wie Leon Hüttl hat man so an DEL-Klubs verloren, bei einem Aufstieg wären sie allesamt geblieben.

Den nächsten Anlauf nach oben unternimmt demnächst ein Kader mit zur Hälfte neuen Gesichtern. Die Corona-Wellen haben auch die Löwen-Welt durcheinandergewirbelt. Dass das wirtschaftliche Überleben Priorität vor sportlichen Ambitionen hat, betonen die Frankfurter Macher immer wieder, und das spiegelt sich auch in den Planungen für die neue Saison wieder: Allzu großes finanzielles Risiko will man nicht gehen, das ist verständlich, sieht an anderen DEL-2-Standorten aber durchaus anders aus.

Fritzmeier kündigte für die nächsten Wochen weitere Verpflichtungen an, möglicherweise auch die eine oder andere Vertragsverlängerung mit bewährten Kräften. Adam Mitchell, der in den Playoffs wegen einer Schulterverletzung schmerzlich vermisste Kapitän, wird nicht darunter sein, das ist eine knifflige Personalfrage. „Wir hätten ihn gerne gehalten und haben ihm ein Angebot gemacht, vom Budget her in einer minimierten Situation wegen seines Alters und weil das Risiko mit seinen Verletzungen höher ist. Er hat aber abgelehnt, wir sind zu weit auseinander“, erklärte Fritzmeier. „Die Tür ist nicht zu, aber es gibt kein neues Angebot. Wir kümmern uns erst einmal um andere Spieler.“

Acht bis neun Stürmer, zwei, drei Verteidiger und ein Torwart fehlen noch. Mitte August beginnt die heiße Phase der Vorbereitung, Anfang Oktober die neue Saison, Einblicke in seine Eishockey-Vorstellungen aber gab Bo Subr schon vorab einmal. „Wir wollen ein Team bauen, das attackiert und aggressiv nach vorne spielt. So wie es die tolle Fan-Base hier erwartet“, erklärte er, und: „Wir werden hart arbeiten für den bestmöglichen Erfolg.“ Ein erster Anfang ist gemacht.

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