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Die Frankfurter Löwen nach dem Gewinn der Meisterschaft.

Aufstiegsproblem

Meisterschaft von geringem Wert

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Die Löwen Frankfurt können trotz des DEL2-Titels nur aufsteigen, wenn ein DEL-Klub die Lizenz nicht erhält.

Keine acht Monate sind vergangen, da eröffneten die Löwen Frankfurt mit einem Freiluftspiel in der WM-Arena vor 30 000 Zuschauern die DEL2-Saison 2016/17. Nur etwa neun Kilometer davon entfernt – in der Eissporthalle am Ratsweg – beendeten die Löwen am Dienstag vor 7 000 begeisterten Fans auch die Saison; und zwar als DEL2-Meister. „Seit Dezember war ich überzeigt davon, dass wir den Pokal holen können. Dieses Team als Kapitän anzuführen und jetzt auch Meister zu sein, das ist unglaublich schön,“ sagte Patrick Jarrett voller Freude.

Das Drehbuch der Jubiläumssaison hätte nicht besser geschrieben sein können. Bereits während der 52 Spiele andauernden Hauptrunde beeindruckten die Löwen mit tollen Leistungen, die sie auf den zweiten Platz führten. In den Playoffs erreichte der Klub im Schnelldurchgang das Traumfinale gegen den Tabellenersten Bietigheim. Auch hier lief drei Spiele alles glatt und den Löwen fehlte nur noch ein Sieg zur Meisterschaft. Nach zwei Niederlagen in Folge gelang dieser erlösende Sieg vor zwei Tagen.

Personell gut gerüstet

„Ein Traum wird wahr,“ sagte der Dienstälteste Löwe Nils Liesegang strahlend und ergänzte: „In der eigenen Halle Meister zu werden ist das schönste was es gibt.“ Liesegang selbst hat einen großen Anteil am Gewinn der Meisterschaft. In den 14 Playoff-Spielen war der 29-jährige an 23 Toren beteiligt. Der absolute Liga-Höchstwert. So hätte es sicher auch Liesegang verdient gehabt als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet zu werden, den Titel bekam aber Löwen-Goalie Brett Jaeger überreicht, der ebenfalls eine herausragende Endrunde spielte.

Doch was ist dieser Titel eigentlich wert? Wären wir jetzt im Jahr 2019, dann stünden die Löwen als Aufsteiger in die Deutsche-Eishockey-Liga (DEL) fest. Denn erst ab der Spielzeit 2018/19 soll in der DEL2 ein Aufsteiger in die DEL ausgespielt werden, sofern die Verzahnung der Ligen bis dahin gelingt. Dem DEL2-Meister dauert dies eindeutig zu lange. Aus diesem Grund haben sich die Löwen eine theoretisch vorhandene Chance auf eine Teilnahme am DEL-Spielbetrieb 2017/18 gesichert und die notwendige Sicherheitsleistung über 100 000 Euro hinterlegt. Der Finalgegner aus Bietigheim war den gleichen Weg gegangen und so hatte die spannende Serie gegen die Steelers auch einen sportlichen Wert, weil der Meister automatisch der erste Nachrücker sein wird – sofern die Lizenzauflagen erfüllt werden.

„Unser oberstes Ziel bleibt der Kampf für die Wiedereinführung des sportlichen Auf-und Abstieg. Sollte aber jetzt ein aktuelles Team aus der DEL die Lizenz für die kommende Spielzeit nicht beantragen oder nicht erhalten, dann stehen wir bereit,“ sagte Geschäftsführer Stefan Krämer.

Personell scheinen die Löwen dafür gerüstet zu sein. Der Kader steht im Großen und Ganzen. Als letztes nahm auch Brett Breitkreuz das Angebot der Löwen an und wird auch kommende Saison für die Hessen stürmen. Zudem erhoffen sich die Löwen von der Kooperation mit dem DEL-Traditionsklub Kölner Haie, dass einige ambitionierte Talente den Kader der Hessen verstärken werden. Weitere Personalentscheidungen wollen die Löwen am Samstag auf der Abschlussfeier bekanntgeben.

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