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Eingespieltes Duo: Cheftrainer Matti Tiilikainen (links) und sein Co Marko Raita.

Löwen

„Die Playoffs sind die beste Zeit des Jahres“

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Löwen-Headcoach Matti Tiilikainen und Assistent Marko Raita über die bisherige Saison und die Ziele in der Endrunde.

Vor der Saison haben Sie über die Entwicklungsarbeit mit Ihrer Mannschaft gesagt: Das große Bild muss am Ende zu sehen sein. Wie sind Sie mit Ihrem Bild vorangekommen?
Tiilikainen: Über die Saison gab es immer wieder Aufs und Abs. Da hilft es, gerade wenn man ein Tief erlebt, an das große Bild zu denken. Wenn man zum Beispiel das große Derby verliert, ist natürlich jeder erst einmal traurig. Aber man muss immer genau schauen, was im Hintergrund abläuft: Was ist unser Weg, was fehlt uns vielleicht in unserem Spiel, in unserem Training?

So schlecht lief es ja nicht, die Löwen haben die Hauptrunde als Erster beendet. Was fehlt dem Bild noch, damit auch die Playoffs erfolgreich werden?
Tiilikainen: In den Playoffs muss das ganze Paket auf dem besten Level sein. Da wollen wir uns in allen Bereichen verbessern, haben aber auch schon gute Erfahrungen gemacht. Im Unterzahlspiel etwa haben wir in den letzten zehn Spielen große Schritte gemacht, im Powerplay hat sich die zweite Reihe mit David Skokan sehr verbessert. Auf die Special Teams wird es sehr ankommen. Und wir müssen defensiv stark sein, wenn wir dieses Jahr etwas gewinnen wollen.

Raita: Das Wichtigste wird sein, wie wir als Einheit zusammenarbeiten, egal, ob offensiv oder defensiv.

Wenn Sie die Auftritte vor ein paar Monaten mit dem aktuellen Stand vergleichen: Wie fällt das Fazit aus?
Raita: Ich glaube, die Balance in unserem Spiel ist viel besser, zwischen Offensive und Defensive.

Tiilikainen: Und die Disziplin. Am Anfang der Saison hatten wir zu viele Strafzeiten. Zum Thema Disziplin gehört aber auch, dass man auch in schlechten Momenten weiter an seinem Spiel festhält, an dem Plan, den man sich gemacht hat. Die letzten Spiele haben das gut gezeigt: Wir lagen gegen Bietigheim und auch in Crimmitschau zurück, aber sind nicht in Panik verfallen. Wir sind diszipliniert geblieben und hungrig auf den Sieg.

Wie wichtig war der erste Platz in der Hauptrunde für Sie?
Raita: Es ist eine gute Sache, dass wir in den Playoffs mit einem Heimspiel starten können. Es gibt uns auch Selbstvertrauen, dass wir die lange Runde als Erster abgeschlossen haben, nach 52 Spielen. Das zeigt, dass wir gut gearbeitet haben, und unter anderem auch, dass es funktioniert, mit vier Reihen zu spielen.

In den Playoffs kann die Arbeit einer ganzen Saison mit ein paar schlechten Tagen über den Haufen geworfen werden. Kann man sich darauf vorbereiten?
Raita: Wenn etwas passiert, können wir uns immer noch darum kümmern. Man macht einfach immer weiter, und am Ende wird man das Ergebnis sehen.

Tiilikainen: Die Playoffs sind die beste Zeit des Jahres. Für uns Trainer, vor allem für die Spieler, für den ganzen Klub, die Fans. Man muss mutig sein und an das glauben, was man macht. Das Wichtigste ist aber, dass wir alles geben und uns im Sommer nicht fragen müssen: Was wäre gewesen, wenn...? Natürlich haben wir das Selbstvertrauen und die Möglichkeit zu gewinnen. Die Frage ist aber, ob wir bereit sind, das umzusetzen, Tag für Tag das Beste aus uns herauszuholen. Und was in der Vergangenheit war, dass wir Erster geworden sind, hilft uns in den Playoffs nicht zu Toren oder Siegen.

Eigentlich läuft der Löwen-Plan ja über drei Jahre, mit dem großen Ziel, 2021 in die DEL aufzusteigen, wenn es sportlich wieder möglich ist. Haben Sie die Erwartungen da jetzt schon ein bisschen übertroffen?
Tiilikainen: Als wir hierherkamen und den Prozess mit der Mannschaft angefangen haben, hatten wir selbst gar nicht unbedingt bestimmte Erwartungen. Das sind wir sehr offen angegangen. Im Hintergrund haben alle auf allen Ebenen daran gearbeitet, den Klub besser zu machen.

Wie?
Wir haben versucht, sicherzustellen, dass auf der sportlichen Seite die richtigen Schritte unternommen werden, damit kein großer Unterschied zu den DEL-Klubs mehr besteht in der Art, wie wir trainieren, wie das Team arbeitet, wie die Coaches arbeiten und so weiter, wenn es die Möglichkeit gibt, nach oben zu kommen. Aber wir wollen natürlich auch jetzt schon weit kommen. Ob wir da vor oder hinter dem Plan sind, weiß ich nicht. Wir sind aber auf einem guten Weg.

Interview: Markus Katzenbach

Zu den Personen

Matti Tiilikainen (31) leitet seit vergangenem Sommer mit seinen beiden Landsmännern Marko Raita und Valtteri Salo die Geschicke des Frankfurter Eishockey-Zweitligisten. Tiilikainen war zuvor Trainer der U20 des finnischen Erstligisten Hämeenlinnan Pallokerho (HPK). Er bestritt 415 Partien in Finnlands oberster Spielklasse.

Marko Raita (39) unterstützte vergangene Saison Franz Fritzmeier, als der Geschäftsführer interimsmäßig die Mannschaft trainierte. Der Finne coacht seit er 33 ist und trainierte zuletzt die U18 von HPK. FR

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