+
Vor dem Löwen-Tor war am Sonntag viel Betrieb.

Löwen Frankfurt

Eine Frage des Willens

  • schließen

1:5 – Die Löwen Frankfurt verpassen den vorzeitigen Halbfinaleinzug.

Drei, vier Minuten fanden sich noch auf der Spieluhr, da hatte Carter Proft genug. Die Handschuhe flogen aus Eis, die Meinungsverschiedenheit über einen etwas härteren Zweikampf klärten er und sein Gegenüber Julian Talbot mit den Fäusten, und dieser unter Eishockeycracks bisweilen vorkommende Disziplinwechsel in den Boxsport führte schließlich dazu, dass doch wenigstens ein Duell an diesem Sonntag in Sachsen zugunsten der Frankfurter Löwen endete.

In ihrem eigentlichen Metier zeigten sich die Titelanwärter weniger zupackend: Mit 1:5 (1:1, 0:2, 0:2) verloren die Löwen das vierte Spiel der Viertelfinalserie in der DEL 2 bei den Eispiraten Crimmitschau – und verpassten so nach drei Erfolgen in Serie die Gelegenheit, auf schnellstem Weg ins Halbfinale einzuziehen.

Die nächste Chance auf den dafür nötigen vierten Sieg haben die Löwen nun am Dienstagabend (19.30 Uhr), wieder daheim in der Eissporthalle am Ratsweg. Max Faber war aber erst einmal bedient von der Sonntagsfahrt. „In so einem entscheidenden Spiel dürfen wir nicht so auftreten“, haderte der Verteidiger, der den ersten Rückschlag in den Play-offs als eine Frage des Willens einstufte: „Wir dachten, das wird ein Selbstläufer. Das geht nicht, Crimmitschau kämpft immer.“

Schwach in Überzahl

Dabei hatten die Gäste wieder gut ins Spiel gefunden. Das wirkte so, als wollten sie keine Zweifel über den Halbfinalteilnehmer lassen und bereitete Daniel Naud schon Sorgen. „In den ersten zehn Minuten hatten wir einige Probleme. Frankfurt war gekommen, um zu gewinnen“, sagte der im Februar angetretene Eispiraten-Coach: „Aber dann haben wir das beste Spiel, seit ich hier bin.“

Zwar waren die Frankfurter Favoriten nach 16 Minuten durch Lukas Koziol in Führung gegangen. Viel mehr kam dann aber nicht, und was es noch zu halten gab, parierte der starke Goalie Sebastian Albrecht. Der Crimmitschauer Verteidiger Philipp Halbauer wendete mit zwei Toren (19./24.) am Ende des ersten und am Anfang des zweiten Drittels das Blatt, der frühere Löwe Christoph Kabitzky (33.) und Carl Hudson (43.) erhöhten auf 4:1, und schließlich traf noch Christian Hilbrich (56.) in das in da eigentlich schon ziemlich hoffnungslosen Ausgleichsbemühungen verwaiste Frankfurter Tor.

„Nach zehn Minuten hat nur noch ein Team um den Sieg gekämpft, das war Crimmitschau. Wir konnten heute nicht gegen sie bestehen“, erkannte der Frankfurter Headcoach Matti Tiilikainen und klang dabei angefressen. „Es gab viele Gründe für die Niederlage. Die müssen wir aufarbeiten und am Dienstag stärker zurückkommen.“ Ein Thema dürfte das erneut erfolglose Überzahlspiel sein. In den vier bisherigen Playoff-Partien wurde bei 18 Gelegenheiten dieser Art erst ein Tor verbucht – eine ganz schwache Quote.

„Das vierte Spiel ist immer am schwersten zu gewinnen“, erklärte Kapitän Adam Mitchell. Mit einem raschen Durchmarsch war nach der umkämpften Hauptrunde auch nicht zu rechnen. Auf einem guten Weg sind die Löwen noch immer, und was sie am Dienstag machen müssen, wissen sie auch. „Gewinnen“, sagte Max Faber: „Wenn wir unser Spiel spielen, müssen wir gewinnen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion