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Die Frankfurter Löwen beim Testspiel gegen die Heilbronner Falken. 

Löwen Frankfurt

Löwen Frankfurt: Puzzlearbeiten sind voll im Plan

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Die Löwen Frankfurt gehen bestens gerüstet und ohne Sorgen in die am Freitag beginnende DEL2-Saison. 

Die Arbeiten an dem neuen Puzzle haben längst begonnen. An einer Wand des Trainerzimmers, unten im Kellergeschoss der Eissporthalle, hängen die Magnettafeln mit den Namen von Adam Mitchell, Stephen MacAulay und Roope Ranta, fein säuberlich nebeneinander. Und darunter die anderen Angriffs- und Abwehrreihen der Frankfurter Löwen, so wie sie Matti Tiilikainen mit den Kollegen Marko Raita und Valterri Salo für die Generalprobe in Ravensburg am vergangenen Sonntag zusammengebastelt hatten. Nichts ist da in Stein gemeißelt, natürlich. „Das ist es nie im Eishockey“, sagt Tillikainen, im finnischen Trainertrio der Headcoach, und lacht: „Morgen kann das schon wieder anders aussehen.“

Ans Große und Ganze denken und gleichzeitig ständig im Hier und Jetzt zu entscheiden, das gehört für Tiilikainen und Co. auch im zweiten Frankfurter Jahr zum Job. Wenn am Freitag die Vertreter der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys wieder den Spielbetrieb aufnehmen, unter anderem mit einem brisanten Frankfurter Gastspiel bei den alten Hessenrivalen von den Kassel Huskies, ist das die spezielle Löwen-Herausforderung: Aktuell erfolgreich sein – und gleichzeitig Entwicklungsarbeit für eine erstklassige Zukunft zu leisten. Was mindestens genauso wichtig ist in Frankfurt, wo man auf allen Ebene daran arbeitet, sportlich, wirtschaftlich, organisatorisch, sich fit für den ab 2021 wieder möglichen Aufstieg in die DEL zu machen.

Eine Herkulesaufgabe bewältigt

„Wir sind letztes Jahr dafür belächelt worden, Erfolg und Entwicklung haben zu wollen, aber wir haben gezeigt, dass es geht“, erinnert Sportdirektor Franz-David Fritzmeier: Erster in der Hauptrunde, in der Finalserie gegen die Ravensburg Towerstars durchaus knapp an einer da schon möglichen Meisterschaft vorbeigeschrammt – und das nach der großen Runderneuerung am Ratsweg im Sommer 2018, mit dem damals neuen Trainertrio, neuen Betreuern, einer zu gut zwei Dritteln neuen Mannschaft mit lauter Jungen und Liganeulingen.

„Da haben die Trainer eine Herkulesaufgabe geschafft“, betont Fritzmeier rückblickend, nun, da es gilt, den zweiten Teil des Dreijahresplans zur Erfüllung der Sehnsucht nach einer Rückkehr in die erste Klasse anzugehen.

Was das Personal für die Puckjagd angeht, war dafür diesmal kein großer Umbruch wie vor zwölf Monaten nötig, etwas mehr Wechselfälle als geplant wurden es unfreiwillig doch – vor allem in der Abwehr. Bitter für die Löwen, dass Chefverteidiger Dan Spang seine Karriere wegen einer Rückenverletzung beenden musste, ärgerlich, dass Dalton Yorke dies aus freien Stücken tat, kurz vor dem Beginn der Vorbereitung. Ersatz war so spät auf dem Spielerbasar nur schwer zu finden, noch dazu mit deutschem Pass.

Kader wird weiter augepeppt

Ein weiterer Verteidiger wird noch kommen, ebenso ein neuer Stürmer – dann hätte man wie angedacht acht Abwehrspieler und 13 Angreifer. „Wir werden nicht auf Teufel komm raus einen Spieler verpflichten“, sagt Fritzmeier. Mit dem flinken Schweden David Suvanto und dem hünenhaften Kanadier Steven Delisle stärken zwei Ausländer die Abwehrbereitschaft, der aus Heilbronn angelockte DEL-2-Topscorer Ranta und der bullige bulligen Center MacAulay aus Bad Tölz den Sturm. Mit Martin Buchwieser kommt gar ein ehemaliger Nationalspieler mit reichlich DEL-Erfahrung aus Berlin, der bei den Eisbären zuletzt keine große Rolle mehr spielte und in Frankfurt eine Etage tiefer zeigen kann, zu was er in der Lage ist. Was auch für Patrick Klein und Jimmy Hertel gilt, zuletzt Ersatztorhüter in Krefeld und Freiburg und neu zwischen den Frankfurter Pfosten.

Seine schwierigsten Aufgaben auf dem Transfermarkt hat Fritzmeier gleich am Anfang gelöst. Dass er neben Leon Hüttl und den Eisenmenger-Brüdern Max und Magnus in Daniel Wirt, Luis Schinko und dem derzeit angeschlagenen Thomas Gauch drei weitere deutsche Talente an den Main holte, sorgte für Aufsehen in der Branche. Vier U-20-Nationalspieler stellen die Löwen damit, stattlich für einen Zweitligisten – und Hüttl und Co. spielen auch in der weiteren Entwicklung eine besondere Rolle. „Sie müssen den nächsten Schritt machen und zu Schlüsselspielern werden“, sagt Tiilikainen über die Jungen. Jetzt sollen sie ihre Bewährungschancen bekommen. Im nächsten Jahr, wenn sich die Tür nach oben wieder öffnet, wollen die Löwen als Meister hindurch schreiten, da ist keine Zeit mehr für Experimente.

Dafür wird schon jetzt der Kader weiter aufgepeppt und an allen Löwen-Schrauben gedreht. Die wieder entflammten Diskussion um eine Multifunktionsarena werden bei den Frankfurter Verantwortlichen, die für die DEL dringend eine neue Heimstätte suchen, in diesem Zusammenhang auch sehr begrüßt.

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