+
Will in den Playoffs noch oft gemeinsam mit den Fans jubeln: Löwen-Profi Mathieu Tousignant.

DEL2

Für die Löwen Frankfurt geht der Spaß jetzt richtig los

  • schließen

Nach der Hauptrunde ist vor den Playoffs: Löwen Frankfurt fühlen sich gut gerüstet.

Eine Trophäe bekamen sie für diesen ersten Platz nicht in die Hand gedrückt, und eigentlich gehörte er auch gar nicht unbedingt zum Plan. Stolz aber waren die Frankfurter Löwen schon, das Hauen und Stechen in der langen Hauptrunde der zweiten Eishockeyliga als beste Mannschaft abgeschlossen zu haben. „Jetzt geht der Spaß erst richtig los“, sagte Verteidiger Max Faber.

Die Uhren in der DEL 2 werden nach der letzten Zählervergabe wieder auf Null gestellt. 52 Spiele, 97 Punkte und stolze 211:153 Tore sind damit nicht mehr wert als das Recht, die Ausscheidungsserien um die Meisterschaft ab dem 15. März mit einem Heimspiel beginnen zu dürfen. Oder doch? „Den ersten Platz nehmen wir gerne mit. Das bestätigt unsere Arbeit und gibt und noch mal einen Push“, sagt Sportdirektor Franz-David Fritzmeier. „Wir sind nicht als Topfavorit gestartet und ich möchte uns jetzt auch nicht so bezeichnen“, sagte er. Aber: „Wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt. Ich denke, dass einige uns fürchten.“

Auch Fritzmeier selbst hatte seine Löwen im Sommer nicht so hoch gehandelt nach dem großen Umbruch. Unter den besten Vier vielleicht, aber sicher nicht auf Platz eins. „Wir haben einen Dreijahresplan und wollen in zwei in die DEL aufsteigen. Da kann nicht alles sofort klappen“, sagt er, „aber wir haben einen guten Weg gefunden, Entwicklungsarbeit zu leisten und auch aktuell Erfolg zu haben.“

Nicht einmal in der Meistersaison 2016/17 fuhren die Frankfurter Puckjäger die meisten Punkte ein. Damals waren sie Zweiter der Hauptrunde, hinter den Bietigheim Steelers. Mit 104 und damit noch ein paar Punkten mehr als jetzt, aber auch in einer Liga, die nicht so ausgeglichen war und in der die Favoriten nicht so viele Zähler im Tabellenkeller liegen ließen. „Wir haben die beste Ausgangslage von allen und die Mannschaft hat sich sehr gut entwickelt“, zieht Fritzmeier eine Zwischenbilanz. Dabei sei nicht alles perfekt gelaufen, aber das war auch kaum zu erwarten.

Für viele Spieler war es die erste Profisaison, für manch anderen die erste in der DEL 2. Gerade von den Jungen erhofft sich der Sportdirektor, dass sie im nächsten Jahr noch stabiler sind. Schon jetzt aber hätten sie „vielleicht sogar ein bisschen mehr“ zum Erfolg beigetragen als gedacht. Tatsächlich konnten Youngster wie Max Eisenmenger nicht nur die Routiniers mit ihren Eiszeiten entlasten, sondern selbst am Ergebnis mitschrauben. Das kann in kräftezehrenden Playoffs ein Vorteil sein. Gleichzeitig bestreiten sechs, sieben Löwen erstmals solche K.o.-Runden – da darf man auch gespannt sein, ob die Nerven mitspielen. Was längst nicht die einzig offene Frage ist.

Seit der Verpflichtung von David Skokan muss beispielsweise immer einer von fünf Löwen ohne deutschen Pass draußen bleiben. Skokan und Matt Pistilli indes harmonieren in der zweiten Reihe gut mit Brett Breitkreuz. Mit noch etwas mehr Konstanz könnte das in den Playoffs ein wichtiger Faktor werden. Und Abwehrchef Dan Spang dürfte gesetzt sein. Bliebe ein Platz, den am Wochenende Matt Tousignant belegte, auf dem er sich im raschen Playoff-Takt aber vielleicht mit Antti Kerälä abwechseln könnte. „Wichtig ist, dass wir genug Tiefe im Kader haben und auch auf dieser Position breit genug aufgestellt sind“, erklärt Fritzmeier. So wie mit Ilya Andryukhov und Bastian Kucis im Tor. Beide Goalies glänzen mit starken Paraden, leisteten sich aber auch Patzer. „Wir haben das Glück, dass wir zwei gute Torhüter haben“, sagt Fritzmeier.

In einem ist sich Fritzmeier sicher: „Die Defensive wird den Ausschlag geben, das ist der Schlüssel zum Erfolg. Das ist aber nicht nur Sache der Torhüter, sondern der ganzen Mannschaft.“ Favoriten hat Fritzmeier genug. Ravensburg zum Beispiel, weil dort alles auf die Meisterschaft in diesem Jahr ausgerichtet ist. Kassel trotz der schwachen Hauptrunde, weil auch dort viel Geld eingesetzt wurde. Oder Bietigheim als amtierender Meister. Dass „wir auch gezeigt haben, dass wir einer der Mitfavoriten sind“, vergisst der Frankfurter Sportdirektor dabei nicht zu betonen. Fritzmeier rechnet insgesamt gar sechs, sieben Mannschaften Chancen auf den Titel zu – und auch fest mit Überraschungen in den Playoffs, denn eines hat diese verrückte Hauptrunde gelehrt: „Es ist nichts vorhersehbar.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion