Löwen Frankfurt

Aus Leidenschaft im Tor

Goalie Ilya Andryukhov hat am Sonntag in seinem zweiten Spiel bei den Löwen Frankfurt seinen ersten Sieg gefeiert.

Ilya Andryukhov fühlte sich am Freitag noch ein wenig müde. Er war am Dienstag aus Krasnodar, 1200 Kilometer südlich von Moskau, in Richtung Frankfurt abgeflogen. Medizincheck, Jetlag, Papierkram, die neue Mannschaft kennenlernen, trainieren und dann Freitagabend in der DEL2 gegen die Bietigheim Steelers aufs Eis. „Für mich ist immer die Hauptsache der Sieg, nicht ob ich zu Null gespielt habe oder wie meine Statistiken aussehen“, sagte der Russe. Und weil die Frankfurter das spannende Duell mit 2:3 verloren hatten, war er entsprechend unzufrieden.

Zwei Tage später dürfte der 28-Jährige beim 2:1-Triumph in Bayreuth seinen ersten Sieg im Trikot der Löwen feiern. Die zuvor fünfmal in Folge erfolgreichen Oberfranken waren ein gleichwertiger Gegner, doch Andryukhov war der Mann des Tages. Carter Proft (9.) und Brett Breitkreuz (58.) besorgten die Tore. 

„Seine Reaktion ist schnell, er kann das Spiel gut lesen, ist sehr emotional, sein unbedingter Siegeswille ist deutlich spürbar. Ilya hat gute Scheibenbeherrschung, spielt sehr aggressiv, der russische Stil ist sichtbar“, sagte der Frankfurter Torwart-Trainer Valtteri Salo. Der Neuzugang sieht seinen Stil als eine Mischung zwischen dem extremen „Butterfly-Stil“ und der alten Schule. „Einige Trainer wollten meinen Stil ändern. Ich blieb mir aber stets treu.“ 

Im Eishockey-Tor zu stehen, sei seine Leidenschaft. Auf das Eis schickte ihn sein Vater, als Ilya acht Jahre alt war. Er spielte in seinem Geburtsort, dem westsibirischen Barnaul, in einer Schulmannschaft. In Russland hat Andryukhov mehrere Stationen in der zweithöchsten Klasse (VHL) hinter sich. „Im Oberhaus, der KHL, habe ich leider so gut wie keine Chance bekommen. Ich habe dort nur fünf Spiele absolviert, die mit Khabarovsk damals gewonnene Vizemeisterschaft war mein größter sportlicher Erfolg.“ 2015 wurde er zum besten VHL-Torwart gewählt. 2015 gewann er bei der Universiade 2015 Gold.

Für die Löwen spielt der Russe mit einem deutschen Pass. Seine Vorfahren kamen im 18. Jahrhundert aus Deutschland nach Russland. Vom hiesigen Eishockey kannte er außer der im Fernsehen übertragenen WM-Spiele nichts, Frankfurt sei ihm nur als eine Finanzmetropole ein Begriff gewesen. Jetzt hat er Zeit, die Stadt intensiver kennenzulernen. (löf/FR)

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