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Kampf gegen Windmühlenflügel

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Die Frankfurt Lions unterliegen Mannheim auf eigenem Eis, weil Gästekeeper Hauser einen Sahnetag erwischt.

Von Matthias Kittmann

Trainer werden nicht müde zu betonen, dass enge Spiele durch Kleinigkeiten entschieden werden. Eine im Derby zwischen den Frankfurt Lions und den Mannheimer Adlern war, dass Gäste-Torhüter Adam Hauser fast immer irgendwie noch ein Ausrüstungsteil zwischen Puck und Linie bekam, während seinem Frankfurter Gegenüber Ian Gordon nach 14 Minuten vielleicht zwei Millimeter fehlten. Denn während einem 5-3-Powerplay der Mannheimer bekam Gordon beim Schuss von Pascal Trepanier die Scheibe zwar an den Schoner, aber sie trudelte dennoch über die Torlinie.

Fortan rannten die Lions diesem Rückstand hinterher. Spielerisch mindestens gleichwertig, verzweifelten sie lange an Hauser, der Breaks von Radek Krestan, Layne Ulmer und Jay Henderson abwehrte. Und bei abgefälschten Schüssen hatte der Schlussmann der Gästekeeper das nötige Glück. Selbst dann, wenn niemand wusste, wo die Scheibe war - im Mannheimer Tor jedenfalls nicht.

So wähnten sich die Lions auch weiterhin irgendwie im falschen Film: Sie rannten an, erspielten sich Chancen, doch die Sache glich irgendwie einem Kampf gegen Windmühlenflügel. Denn Hauser war mit direkten Schüssen nicht zu bezwingen.

Dann aber kam es zu jenem Phänomen, das seinerzeit Lions-Trainer Pjotr Worobjew, der an diesem Abend zufällig im Frankfurter Eisstadion zu Gast war, so beschrieben hat: "Ein Tor zieht das andere nach sich, egal auf welcher Seite." In diesem Fall war es das 0:2 (37.) durch Jeff Shantz. Was zunächst die Vorentscheidung zu sein schien, wurde 34 Sekunden später zum Signal für die Frankfurter, als Ilja Worobjew, der Sohn des Ex-Trainers, endlich einmal die freie Lücke fand und mit dem Anschlusstreffer den Bann brach.

Urplötzlich waren die Lions also wieder im Spiel. Doch eines änderte sich nicht: Sie ließen ihre guten Chancen aus, Mannheim nutze seine wenigen besser. Als es nach 50 Minuten 1:4 stand, schien die Partie endgültig entschieden. Doch so begeisternd die folgende Aufholjagd der Lions zum 3:4 auch war, das Glück blieb ungleich verteilt: Erst sprach der Videobeweis gegen die Lions, dann war in letzter Sekunde ein Mannheimer Schläger im Weg.

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