+
Bejubeln das 3:1: Torschütze Adam Mitchell (rechts) undStephen MacAulay.

Löwen Frankfurt

Goldene Glücksbringer

  • schließen

Die Löwen Frankfurt bezwingen Bad Nauheim in ihren Sondertrikots aus dem Wintergame klar mit 4:1.

Die Verstärkung landete am Dienstagabend auf dem Rhein-Main-Flughafen, für das Nachbarschaftstreffen auf der anderen Seite der Stadt war es dann aber doch zu spät. Helfen konnte Markus Kankaanperä den Frankfurter Löwen in dem stets brisanten Hessenduell mit dem EC Bad Nauheim noch nicht. Das soll der routinierte finnische Verteidiger dafür in den kommenden Wochen und Monaten tun, in denen in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys die Entscheidungen fallen. Beim Besuch aus der Wetterau kamen die Löwen auch so zurecht: Das gewohnt rassige Ringen vor 5308 Zuschauern in der stimmungsvollen Eissporthalle am Ratsweg entschieden sie mit 4:1 (0:1, 1:0, 3:0) für sich.

Hoch her war es von Anfang an gegangen, mit einer zusätzlichen Prise Derby-Leidenschaft. Ihre Ziele hatten beide so oder so: Für die Löwen ging es darum, sich weiter an die Spitze heranzuschieben, mit einem sechsten Sieg in Serie. Während sich den Bad Nauheimern die Gelegenheit bot, vom fünften Tabellenplatz aus den Frankfurtern noch einmal richtig nahe zu kommen.

Fürs Erste verschafften sich die Gäste dabei einen Vorteil. Als der Frankfurter Goalie Patrick Klein den Puck nach einer Chance von Marc El-Sayed in der neunten Minute nur nach vorne prallen lassen konnte, stupste ihn Andreas Pauli im zweiten Anlauf hinter die Linie. Angepeitscht von den Fans beider Lager lieferten sich die Mannschaften einen heftigen Kampf, der allen Derby-Anforderungen gerecht wurde. Nur weitere Tore wollten erstmal nicht fallen. Die Roten Teufel aus der Wetterau verteidigten geschickt, ließen aber ihre Kontermöglichkeiten aus. Und die im zweiten Drittel zunehmend dominanteren Löwen droschen eine Scheibe nach der anderen auf das Gästetor. Doch entweder rettete dort der in der vorigen Saison bei einem Frankfurter Intermezzo nicht glücklich gewordene EC-Schlussmann Felix Bick, oder seine Verteidiger warfen sich dazwischen.

Klares 4:1 gegen Rote Teufel

Fast 30 Löwen-Schüsse waren so ohne Erfolg in Bicks Richtung gefeuert, bis es dann doch klappte. Gut für die Frankfurter, dass Martin Buchwieser wieder dabei war. So fehlten ihnen zwar immer noch acht Spieler, der Stürmer aber war rechtzeitig genesen, um nach in der 39. Minute die Kelle in Luis Schinkos Pass zu halten und so den verdienten Ausgleich zu besorgen.

Für diesen Nachholtermin hatten die Löwen extra noch einmal die goldenen Gewänder aus dem Schrank geholt, die eigens für das Open-Air-Spektakel in Offenbach entworfen worden waren. Mitte Dezember hatte man da mit einem Sieg gegen Bad Nauheim die Trendwende zum Besseren geschafft. Die speziellen Trikots sollten wieder als Glücksbringer taugen. Auch wenn die Kräfte im dritten Spiel in fünf Tagen hüben und drüben nachzulassen schienen, drängten die Frankfurter weiter mit viel Herz – und wurden belohnt.

Max Eisenmenger (45.) und Adam Mitchell (47.) wendeten die Patrie zu Löwen-Gunsten, Stephen MacAulay machte mit dem 4:1 ins leere Bad Nauheimer Tor alles klar (58.). Auch ohne Markus Kankaanperä, der mit seinen 39 Jahren über 1000 Spiele in Finnlands erster Klasse bestritten hat und fürs Erste den verletzten Kanadier Steven Delisle ersetzen wird. Er dürfte am Freitag (19.30 Uhr) sein Debüt geben, auch dann steht schon wieder viel auf dem Spiel: Wenn die Löwen bei den Tabellenführern von den Freiburger Wölfen ihre Siegesserie fortsetzen, könnten sie den Tabellenführer stürzen und möglicherweise selbst von der Spitze grüßen, im dichten Gedrängel der DEL 2. Eine frische Kraft kann da nicht schaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare