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Rich Chernomaz ist bei den Löwen aus Frankfurt eine Legende. Seit gut einer Woche ist er Trainer bei DEL-2-Titelkonkurrent Ravensburg Towerstars.

DEL2

„Frankfurt ist das beste Team“

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Ex-Löwencoach Rich Chernomaz trifft mit Ravensburg auf ehemaligen Klub.

Herr Chernomaz: Sie sagen selbst, dass Sie noch eine starke Bindung an Frankfurt haben. Wie ist das Gefühl, nun gegen die Löwen zu spielen?
Ich habe viele Freunde in Frankfurt, es war, ist und bleibt meine Stadt. Auch wenn ich natürlich über die plötzliche Entlassung immer noch enttäuscht bin. In der Mannschaft spielen noch fünf Akteure, die ich nach Frankfurt geholt habe. Aber wenn es gegeneinander geht, ist es ein Spiel wie jedes anderes. Vielleicht nicht ganz, es ist ein Spitzenspiel, in dem beide siegen möchten. Frankfurt ist für mich das beste Team der Liga. Läuferisch und körperlich stark, mit einem sehr guten Torwart, mit vielen jungen Spielern, aber auch mit starken Routiniers. Es wird eine Herausforderung für uns. Und ich kann sehen, wo wir stehen.

Die Verpflichtung in Ravensburg kam über Nacht. Waren Sie selbst überrascht?
Ehrlich gesagt ja. Die Towerstars waren immer auf dem ersten oder zweiten Tabellenplatz. Da erwartet niemand, dass der Trainer gewechselt wird.

Wo hat Sie die Nachricht erreicht?
Im Frankfurter Raum, wo wir gerade bei Freunden zu Besuch waren. Es ging alles blitzschnell. Ich habe Ravensburg in der Nacht zum Dienstag erreicht, das war der 7. Februar. Am Abend haben wir schon in Freiburg gespielt. Mit der Mannschaft habe ich genau eine halbe Stunde vor der Abfahrt gesprochen, gemeinsames Training gab es nicht. Dennoch hat das Team die taktische Umstellung gut umgesetzt, wir haben 3:2 gewonnen. Nach dem Match bin ich direkt wieder Richtung Frankfurt gefahren. Am Mittwochmorgen habe ich meine Sachen gepackt, mich mit meiner Frau ins Auto gesetzt und bin nach Ravensburg gefahren, in meine neue Heimat. Ich habe die Wohnung übernommen, in der bis dahin mein Vorgänger Jiri Ehrenberger gewohnt hat. Zumindest bis zum Saisonende. Was dann kommt, werden wir sehen.

Was haben Sie denn nach der Freistellung in Frankfurt gemacht?
Bis Mitte Januar 2019 war ich neun Monate lang Cheftrainer und Sportdirektor der Nottingham Panthers in der britischen Elite League. Wir waren immer Tabellenführer oder Zweiter, bis wir im Dezember viele Verletzte und viele Spiele hatten und viermal in Folge verloren haben. Dadurch sind wir auf den dritten Rang zurückgefallen, und ich wurde entlassen.

Was für eine Mannschaft haben Sie in Ravensburg vorgefunden?
 Ein gutes Team. Ich war sogar überrascht, wie gut die technischen Fähigkeiten der Spieler sind und wie hoch der Teamspeed. Läuferisch sind die Jungs sehr stark. Um in den Playoffs zu bestehen, müssen sie aber noch mehr Einsatz zeigen.

Ist es die einzige Änderung, die Sie vornehmen müssen?
Wir müssen eine Balance zwischen der bisherigen Angriffspower und einer stabilen Defensive finden. Deshalb werden die Towerstars defensiver als unter Ehrenberger spielen. Und sie müssen disziplinierter spielen. Ich will, wie ich es immer getan habe, hartes, körperbetontes Eishockey spielen lassen. Was wir vermeiden müssen, sind dumme, unnötige Strafen, die durch mangelnde Disziplin entstehen. 

Ist es schwieriger, mit einer Mannschaft zu arbeiten, die man nicht selbst, sondern jemand anderer zusammengestellt hat?
Das spielt keine wesentliche Rolle. Man muss immer mit der Mannschaft arbeiten, die man zur Verfügung hat. Und das Beste daraus machen.

Das Beste wäre Platz eins. Sehen Sie dort nach der Hauptrunde die Löwen, Ravensburg oder jemanden anderen?
Es ist völlig egal, wer nach 52 Spielen Erster ist, dafür kann man sich nichts kaufen. In den Playoffs fangen alle bei Null an. Für mich hat immer vorrangig die Leistung in den Playoffs gezählt. Da wird die Meisterschaft entschieden, nicht vorher.

Und wen erwarten Sie im Finale?
Frankfurt und Ravensburg.

Interview: Michael Löffler

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