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Kann losgehen: Die Löwen fühlen sich gut gerüstet für die neue DEL-2-Saison. jan hübner
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Kann losgehen: Die Löwen fühlen sich gut gerüstet für die neue DEL-2-Saison. jan hübner

Eishockey

Löwen Frankfurt: Die Sehnsucht spielt mit

  • VonMarkus Katzenbach
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Die Löwen Frankfurt wollen endlich wieder Eishockey-Erstligist sein. Der Aufstieg ist das klare Ziel.

Bei seinen Reisen durch die Eishockey-Republik, die ihn bisweilen auch in deren erste Klasse führen, hat Franz-David Fritzmeier eine schöne Erfahrung gemacht. „Wir werden oben gewollt“, kann der Sportdirektor der Frankfurter Löwen berichten von Gesprächen mit Verantwortlichen und auch mit Fans von DEL-Klubs, die sich gerne an frühere Duelle erinnern. An den Löwen soll es nicht liegen: Der Aufstieg ist das Ziel des ambitionierten Zweitligisten. „Das muss man nicht drumherum reden“, sagt Max Faber, gerade zum Kapitän erkoren, vor dem Start in die neue DEL-2-Saison auswärts bei den Freiburger Wölfen an diesem Freitag (19.30 Uhr) und dem ersten Heimspiel am Sonntag (18.30 Uhr) gegen Kaufbeuren.

Auf ein Neues: Im zweiten Anlauf soll den Löwen gelingen, woran sie im ersten scheiterten. Als sich in der vergangenen Runde die Tür in die höchste Etage öffnete, blieb ihnen dieser erstmals seit 2006 wieder mögliche Weg versperrt, mit einer knappen Viertelfinalniederlage gegen die späteren Meister und Aufsteiger von den Bietigheim Steelers.

In den entscheidenden Wochen und Monaten kam zu viel zusammen, nach drei Jahren, die man darauf hingearbeitet hatte, erstklassige Strukturen rund um die Mannschaft geschaffen, selbst Talente wie den Verteidiger Leon Hüttl entwickelt, die dann auch in der DEL eine gute Löwen-Rolle spielen sollten. Was sie nun an anderen Standorten tun: Hüttl und Co. fanden ihre eigenen Wege nach oben, ein halbes Dutzend früherer Frankfurter geht neuerdings bei Erstligisten aufs Eis, sie waren nicht zu halten– bitter für die Löwen, aber immerhin ein Beleg für gute Aufbauarbeit am Ratsweg.

Dort verfolgt man jetzt einen anderen Kurs, statt nach dem notgedrungenen Aderlass wieder eine große, ausgeglichene Mannschaft mit vielen jungen Spielern zusammenzustellen. „Wir haben einen kleineren Kader, investieren aber mehr in die Spitze, im Rahmen der Möglichkeiten“, erklärt Fritzmeier. So hat er Puckjäger nach Frankfurt locken können, die sich in der Liga schon einen Namen gemacht haben. Dylan Wruck aus Heilbronn zum Beispiel, über die vergangenen beiden Jahre bester Scorer der DEL 2, Rylan Schwartz von den Lausitzer Füchsen oder Ryon Moser aus Kassel. Dazu mit Matt Carey und Carson MacMillan kanadische Angreifer, die in der Vorbereitung Abschluss- und andere Qualitäten bewiesen und wie Tomas Sykora aus der DEL kommen.

Offensive als Prunkstück

„Die Offensive ist sehr gut besetzt“, sagt Faber und gibt als Verteidiger unumwunden zu: „Das ist unser Prunkstück.“ Mit Bobby Raymond haben indes auch die Abwehrreihen erstklassige Verstärkung erhalten, mit Kevin Maginot zudem einen gereiften Rückkehrer aus Heilbronn. Und im Tor bekommt mit Jake Hildebrand aus den USA ein weiterer Neuzugang fürs Erste den Vorzug vor Bastian Kucis.

Elf alte, elf neue Löwen – und ein neuer Trainer: Bo Subr, der zuletzt die in der deutschen Oberliga Nord angesiedelten Tilburg Trappers aus den Niederlanden angeleitet hat. „Er macht einen sehr guten Job“, lobt Fritzmeier den 41-jährigen Tschechen. Dessen Vorstellungen von Eishockey, kurz gefasst: „Möglichst viel den Puck haben. Wenn man den Puck nicht hat, ihn so schnell wie möglich zurückerobern.“ Und nicht zuletzt: „Immer ein Tor mehr schießen als der Gegner.“

Eine erste Herausforderung hatte er schon vor dem Start zu bewältigen: Wegen mehrerer Corona-Fälle im Team war das Training kurzzeitig gar nicht und zeitweise nur eingeschränkt möglich. Was das für die ersten Saisonwochen heißt? „Wir wären gerne weiter gewesen, aber wir haben das Beste aus den Umständen gemacht und sind bereit“, sagt Subr. Der kleine Kader könnte noch zum Problem werden, wenn die Löwen wieder so vom Verletzungspech verfolgt werden wie in den vergangenen Jahren. Erst einmal aber haben die namhaften Verpflichtungen Erwartungen geweckt. Spannend wird sein, wie alte und neue Löwen zusammenfinden.

Die Favoritenrolle wird den Frankfurtern gerne zugeschoben, diesmal kommt noch hinzu: Weil die einzigen beiden anderen Kandidaten aus Kassel und Dresden schon vor dem ersten Bully an Formfehlern bei der Bewerbung für die erste Liga scheiterten, sind sie die einzigen, die aufsteigen dürfen. Leichter wird es für die Löwen dadurch aber nicht – Meister müssen sie für den Aufstieg trotzdem werden. „Und das wollen fünf, sechs andere Mannschaften auch, die sich entsprechend verstärkt haben“, sagt Fritzmeier.

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