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Löwen fahren die Krallen aus und peilen neue Ziele an

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Von: Markus Katzenbach

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Hat noch einiges vor auf Frankfurter Eis: Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier.
Hat noch einiges vor auf Frankfurter Eis: Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier. Foto: Imago images © Imago

Die Mission von Sportdirektor Franz-David Fritzmeier ist bei den Eishockey-Löwen noch nicht beendet

Die wichtige Personalie bekam ihren gebührenden Rahmen. Zum eigenen Weihnachtsmarkt, nach zwei Coronajahren endlich wieder möglich, hatten die Verantwortlichen der Löwen Frankfurt Freunde und Förderer ins „Frankfurter Haus“ in Neu-Isenburg geladen, und sie nutzten den Termin in dem traditionsreichen Gasthaus, bei Glühwein und gutem Essen der Löwen-Familie eine exklusive Nachricht zu verkünden. „Du hast uns das große Ziel DEL ermöglicht. Das ist allein schon ein Grund, dass du bleiben darfst“, wandte sich Gesellschafter Stefan Krämer an Sportdirektor Franz-David Fritzmeier und fuhr in der lustigen Grundstimmung des Montagabends locker fort: „Weil es so schön war, machen wir das noch einmal drei Jahre.“

Im Dezember 2017 war Fritzmeier in Frankfurt angetreten, um den damaligen Zweitligisten fit für den Aufstieg in die erste Klasse des deutschen Eishockeys zu machen – eine Mission, die er dieses Jahr erfüllte und die gerade schon eine erfolgreiche Fortsetzung erfährt.

Nun gilt es, den Weg nach noch weiter oben zusammen fortzusetzen, Schritt für Schritt. Der 42-jährige Bad Tölzer, der selbst 376 Erstliga- und 165 Zweitliga-Spiele bestritt, war in Köln schon Assistenztrainer und Sportdirektor auf DEL-Niveau, in Krefeld sogar Headcoach und Sportdirektor. Inzwischen ist er in Frankfurt heimisch geworden, mit der längerfristigen Perspektive kommt nun auch die Familie nach Hessen.

Der Coup mit Bokk

An den ersten Anruf vor fünf Jahren kann sich Krämer noch gut erinnern, an das Vorhaben auch: „Wir wollen alles ändern.“ Um sich als seinerzeit amtierender Zweitliga-Meister aufstiegstauglich zu machen, sich die nötigen Strukturen zu geben, Entwicklungsarbeit auf allen Ebenen zu leisten, nicht zuletzt auch mit jungen, deutschen Spielern – das gab es vorher bei den Löwen nicht. Mit Fritzmeiers Kontakten und dem passenden Konzept kamen begehrte Talente wie Leon Hüttl oder Luis Schinko, in Frankfurt gereift und andernorts zu Nationalspielern geworden – wie aktuell Dominik Bokk.

Die Verpflichtung des Jungstarstürmers war ein Coup des Managers vor dieser Saison, nicht der einzige: Fritzmeier hat eine Mannschaft zusammengestellt aus 16 Zweitligameistern und gezielt verpflichteten Leistungsträgern wie Bokk oder NHL-Veteran Carter Rowney, die nach 27 von 56 Hauptrundenpartien und einigen begeisternden Spektakeln auf einem bemerkenswerten sechsten Tabellenplatz rangiert, mit schon 42 Punkten und weit weg von der Abstiegszone. Trotz einer zwischenzeitlich heftigen Verletzungsmisere, die gerade so langsam zu enden scheint: Gegen die fünftplatzierten Grizzlys Wolfsburg am Donnerstag (19.30 Uhr) am Ratsweg dürften nur noch Reece Scarlett und Brendan Ranford fehlen, eventuell der erkrankte Chad Nehring.

Die Löwen-Aussichten sind gut, aktuell wie allgemein. „Es reizt mich sehr, dass Frankfurt große Möglichkeiten haben wird in Zukunft. Wir brauchen Geduld, aber wir sind ein immer noch junger Klub, der Ziele hat“, sagt Fritzmeier, im Wissen, dass die alte Eissporthalle fürs Erste die Möglichkeiten begrenzt und bis zu einer neuen Arena noch das eine oder andere Jahr zu überbrücken sein wird – sollte sie irgendwann kommen. „In der Eissporthalle funktioniert es nur über einen gewissen Zeitrahmen. Unser Ziel ist es immer, in einer großen Arena zu spielen. Wir alle tun auch alles dafür“, berichtete Krämer im „Frankfurter Haus“, mehr ließ er sich auch im launigen Bühnengespräch mit Hallensprecher Rüdiger Storch nicht zu dem leidigen Löwen-Dauerthema entlocken.

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