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Symbolträchtige Aktion: Deutsche Nationalspieler setzen sich für „Human Rights“ ein.
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Symbolträchtige Aktion: Deutsche Nationalspieler setzen sich für „Human Rights“ ein.

Vor WM 2022 in Katar

Löw wehrt sich gegen Kritik an „Millionären mit Malerrollen“

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Heftiger Unmut in Sozialen Netzwerken und Medien über DFB-Film zur Aktion der Fußball-Nationalmannschaft für Menschenrechte.

Joachim Löw ist selten so schlecht gelaunt angetroffen worden wie am Samstagnachmittag bei der virtuellen Pressekonferenz in Bukarest. Der Bundestrainer begann sichtbar verärgert mit einem Statement, das entgegen seiner Gewohntheit nichts mit dem bevorstehenden WM-Qualifikationsspiel am Sonntagabend (20.45 Uhr) gegen Rumänien zu tun hat.

Der 61-Jährige hatte da längst die teils scharfe Kritik in Sozialen Medien und Teilen der deutschen Presse im Zusammenhang mit der Menschenrechtsaktion der Nationalmannschaft vor dem Spiel am Donnerstag gegen Island (3:0) mitbekommen. Dabei richtete sich der Ärger von Fans und Medien in erster Linie gar nicht gegen die (vielfach gelobte) Symbolik an sich, sondern gegen einen etwa einminütigen Film, der am Freitagabend auf der DFB-Unter-Website „Die Mannschaft“ veröffentlicht worden war. Dort zeigt das Videoteam der Nationalmannschaft das „Making of“ der T-Shirt-Aktion, man sieht verschiedene Spieler beim Anpinseln der Buchstaben auf ihre Hemden, untermalt von Musik. Am Ende wird Beifall eingespielt.

Unmut bei Facebook und Twitter

Die Reaktionen bei Facebook und Twitter waren fast durchweg negativ. In einem ARD-Podcast heißt es, es würden „Millionäre als Missionare mit Malerrollen präsentiert“ - der „geschmacklose Film über glückliche Gutmenschen“ würde dem Erst der Angelegenheit nicht gerecht: „Als würden junge Menschen einen Abi-Streich vorbereiten.“ Die ARD schreibt dazu ergänzend: „Es war eine gute Idee der Nationalmannschaft, für Menschenrechte einzustehen. Dies aber selber als PR-Aktion bloßzustellen, war eine ganz schlechte Idee.“

Löw ging auf den Film auch auf Nachfrage nicht direkt ein, sein Ärger richtete sich allein gegen die Berichterstattung. „Ich habe einige Kommentare gelesen. Wenn jemand denkt, dass unsere Spieler sich zu Marketingzwecken vor einen Karren spannen lassen, der irrt gewaltig. Die Spieler wissen, was in der Welt passiert und engagieren sich aus Eigeninitiative.“

Frust bei Bundestrainer Joachim Löw sitzt tief

Der Frust beim Bundestrainer über die Reaktionen in der Heimat sitzt tief: „Nicht alles, was bei der Nationalmannschaft passiert, ist negativ.“ Es sei gut, im Vorfeld der WM 2022 in Katar auf die Menschenrechtssituation aufmerksam zu machen und das Thema „in den Fokus zu stellen“.

Auf die Nachfrage, ob dann nicht konsequenterweise auch ein Boykott der WM im November/Dezember 2022 in Betracht komme, antwortete Löw, der dann nicht mehr Bundestrainer sein wird: „Ein Boykott hilft niemandem.“

Joshua Kimmich wehrt sich: „War spontane Aktion“

Nationalspieler Joshua Kimmich ergänzte kurz darauf: „Für einen Boykott sind wir zehn Jahre zu spät dran.“ Er und seine Mitspieler hätten aber die „Gelegenheit ergriffen, um unsere Strahlkraft zu nutzen, die Dinge klar und deutlich anzusprechen“. Kimmich legte Wert darauf, dass es sich um eine „sehr spontane Aktion“ gehandelt habe, also keineswegs vom DFB-Marketing gesteuert. Pressesprecher Jens Grittner verteidigte den umstrittenen Film: „Es ist einfach nur dokumentiert worden, was stattgefunden hat.“

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